Kalender

  • Mi 26.09 , 10:00h
  • Do 27.09 , 10:00h
  • Fr 28.09 , 10:00h
  • Sa 29.09 , 10:00h
  • So 30.09 , 10:00h

Nik Nowak, No Silence for the Great Leader, 2018 ©Nik Nowak
Nik Nowak, No Silence for the Great Leader, 2018 ©Nik Nowak

Ausstellung,
Berlinische Galerie

Ausstellung 5 SEP—1 OKT 2018

12x12 Video Art at Berlinische Galerie Nik Nowak

Nik Nowak ist Künstler und Musiker. In seinen künstlerischen Arbeiten, die sich in verschiedenen Medien manifestieren, beschäftigt er sich häufig mit der Wirkung von Sound. Dabei interessiert er sich besonders für die ambivalente Rolle von Soundsystemen als kulturelle Katalysatoren auf der einen und als akustische Waffen auf der anderen Seite. Soundobjekte wie Mobile Booster, Panzer und die Echodrohnen verschafften ihm weltweite Aufmerksamkeit.

Im August 2017 reiste Nowak als Teil einer Delegation von Kulturschaffenden nach Nordkorea – zu einer Zeit starker geopolitischer Anspannungen in der Region und einem verbalen Kräftemessen zwischen Donald Trump und Kim Jong-Un. Ziel des Trips war ein Austausch mit Künstler*innen der Universität Pjöngjang, wobei verschiedene Kunstprojekte und Workshops realisiert werden sollten. Nowak plante, die Tonanlagen, die sich an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea gegenüberstehen, zu gebrauchen, um darauf einen identischen Ton abzuspielen – jedoch phasenverdreht wiedergegeben, sodass sich die Schallwellen gegenseitig auslöschen und eine „aktive“ Stille erzeugen. Der Titel seines Projektvorschlags: Symphony of Silence.

Aufgrund von Einwänden der nordkoreanischen Autoritäten gegen den Titel der Arbeit wie auch gegen die Verwendung militärischen Geräts sowie jeglicher Propagandalautsprecher, konnte sie nicht realisiert werden. Anstelle eines Austauschs mit Kolleg*innen vor Ort entpuppte sich die Reise mehr und mehr als nordkoreanische Leistungsschau. Der Film No Silence for the Great Leader (2017/18, 26 Min.) dokumentiert Nowaks Beobachtungen in dem isolierten Land wie auch seine Bemühungen, ein alternatives künstlerisches Projekt zu verwirklichen: In einer Art kompensatorischen Geste wurde ihm schließlich gestattet, eine Soundcollage über einen Lautsprecher öffentlich abzuspielen. Sie bestand aus eigentlich für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Geräuschen, die digital nachbearbeitet und wahrnehmbar gemacht wurden.

Nik Nowak wurde 1981 in Mainz geboren. Er studierte an der Universität der Künste, Berlin, und der Normal University Shanghai. Er zeigte seine Arbeiten bisher unter anderem in der Philharmonie Paris, auf der Art Basel, Miami, im Museum Marta, Herford, im n.b.k. Berlin, im HMKV Dortmund und im Museum for Transitory Art, Ljubljana. 2014 erhielt er den GASAG Kunstpreis und stellte in diesem Zusammenhang bereits in der Berlinischen Galerie aus. Nik Nowak lebt in Berlin.

_____________________

Im IBB-Videoraum werden innerhalb eines Jahres zwölf Künstler*innen präsentiert, die durch einen innovativen Umgang mit Film und Video aufgefallen sind. Jeden Monat ermöglicht eine Auswahl an Arbeiten eine intensive Auseinandersetzung mit einer künstlerischen Position. Das Programm umfasst nicht nur etablierte Vertreter*innen der zeitgenössischen Videokunst, sondern auch junge Künstler*innen, deren Werke bisher kaum in Museen zu sehen waren.

Die Realisierung erfolgt mit Unterstützung der Investitionsbank Berlin (IBB).

Termine

Zurück