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Foto: Gil J. Wolman, Révolution, ca. 1968
Mitterrand, 1966 Art Scotch auf Leinwand, 22 x 32,2 cm Courtesy Galerie Natalie Seroussi und EAM Collection, Berlin

Ausstellung, Private Sammlung
EAM Collection

26 SEP—30 NOV 2018

GOODBYE, MR. CHAPLIN

Gil Wolman und Jean-Louis Brau — Wegbereiter der Internationale Situationniste

Die EAM Collection zeigt aus ihrem Bestand Werke und rare Dokumente parallel zur Ausstellung „The Most Dangerous Game“ im Haus der Kulturen der Welt

„Le Soulèvement de la Jeunesse“ („Der Aufstand der Jugend“) war eine Leitidee des Gründers des Lettrismus, Isidore Isou. Bereits 1949 erschien sein gleichnamiges Buch, dem etliche zum gleichen Thema folgten. Drei seiner Mitstreiter, die frühen Lettristen Guy Debord, Gil J. Wolman und Jean-Louis Brau wandten sich jedoch 1952 von ihrem ziemlich autoritären, aber ihnen zu zögerlichen Mentor ab und gründeten die Internationale Lettriste (IL). Diese radikale Bewegung wurde unter Führung von Guy Debord ein Wegbereiter seiner Internationale Situationniste (IS), die 1957 aus der Fusion der Internationale Lettriste mit avantgardistischen Bewegungen von Asger Jorn und Guiseppe Pinot Gallizio hervorging.

Das für diese Trennung ausschlaggebende Ereignis war ein Auftritt Charlie Chaplins im Pariser Hotel Ritz, gegen den die Mitglieder der IL mit dem Manifest „Finis les Pieds Plats!“ („Schluss mit Plattfüßen!“) demonstrierten. Als sich Isou von dieser Manifestation distanzierte, war das Tischtuch zerschnitten.

Diese spannenden Jahre in Paris, dem damaligen Welt-Zentrum der Nachkriegs-Avantgarde, fängt die Ausstellung der EAM Collection mit historischen Bildern und raren Dokumenten ein. Vor allem stellt sie erstmals fünf neu erworbene Art-Scotch-Arbeiten „Révolution“ von Gil J. Wolman aus den Jahren 1966-68 vor, die ihre Sammlung an kampflustigen Leinwänden von Jean-Louis Brau, Maurice Lemaître und Roland Sabatier ergänzen.

Die EAM Collection möchte mit ihrer Ausstellung die tatsächlichen historischen Ursprünge der Internationale Situationniste beleuchten, über deren Rolle im Zusammenhang mit der Pariser Mai-Revolution von 1968 gleichzeitig eine Ausstellung im HKW anläuft. Dieses Thema hat natürlich im 50. Jubiläumsjahr Hochkonjunktur. Bereits im Frühjahr zeigte das Genfer MAMCO die Ausstellung „Die Welt als Labyrinth,“ bei der die EAM Collection den lettristischen Raum ausstattete, der von Swana Pilhatsch kuratiert wurde. Auch das Centre Pompidou soll ein ähnliches Projekt vorbereiten.

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