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Harun Farocki/Antje Ehmann, Fressen oder Fliegen (2008), Videostill © Harun Farocki/Antje Ehmann 2008
© Harun Farocki 2010
© Harun Farocki/Antje Ehmann, 2008
© Antje Ehmann/Harun Farocki 2011

Ausstellung, Eröffnung, Filmvorführung
Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.)

14 SEP 2017—28 JAN 2018
Eröffnung 13 SEP, 18 Uhr

Harun Farocki Retrospektive. Mit anderen Mitteln — By Other Means

Die Ausstellung Harun Farocki: Mit anderen Mitteln – By Other Means im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) vereint Arbeiten Harun Farockis, die sich mit der Logik des Kinos auseinandersetzen – Filme werden zitiert und deren Bildsprachen analysiert. So beschäftigt sich Zur Bauweise des Films bei Griffith (2006) mit den Montageprinzipien der frühen Filme von D. W. Griffith, während die 6-Kanal-Videoinstallation Fressen oder Fliegen (2008) das Motiv des männlichen Selbstmörders im fiktionalen Film untersucht. Die 5-Kanal-Videoinstallation Tropen des Krieges (2011) wiederum versammelt zentrale Motive des Kriegsfilmgenres und Synchronisation (2006) widmet sich den Effekten der Übersetzung von Filmen. In den über-
wiegend mehrkanaligen Installationen kommt das für Farockis Schaffen zentrale Verfahren der „weichen
Montage“ zum Tragen: Die Bilder werden nicht nur hintereinander, sondern auch nebeneinander montiert. Die „weiche Montage“ wird ferner auf den Ausstellungsraum übertragen, in dem die Arbeiten nicht isoliert in Black Boxes gezeigt werden, sondern in einer Weise, die es erlaubt, sie gemeinsam und vergleichend zu betrachten.

Neben der Analyse der Kinobilder steht ein weiteres Motiv im Vordergrund der im n.b.k. gezeigten Arbeiten: das der Iteration, der Durchlauf der Bilder innerhalb der Werke und in der Ausstellung. Dieses Prinzip wird insbesondere durch die Arbeit Umgießen (2010) veranschaulicht. Die Arbeit, die sich mit den in Farockis Werk wiederholt thematisierten automatisierten Arbeitsprozessen beschäftigt, verdeutlicht im Kontext der Ausstellung vor allem das Konzept der Iteration – gleichsam als eine Allegorie der Funktionsweisen der Bilder im Großteil von Harun Farockis Werk. Im Eingangsbereich präsentiert, zitiert sie als einziges Werk der Ausstellung nicht Kino, sondern versucht eine Fluxus-Performance von Tomas Schmit aus dem Jahr 1963 zu heutigen Bedingungen aufzuführen, in diesem Fall von einem Roboter. Darüber hinaus wird die Ausstellung um Dokumentationsmaterial und das Radio-Feature So long good-bye (1978) von Harun Farocki ergänzt.

Harun Farocki: Mit anderen Mitteln – By Other Means ist nicht nur Teil der umfangreichen Harun Farocki Retrospektive, sondern auch der dritte Teil einer Ausstellungsserie, die Antje Ehmann und Carles Guerra konzipiert haben. Im Jahr 2016 fanden die beiden Ausstellungen Harun Farocki. What is at Stake im Institut Valencià d’Art Modern (20. Januar – 22. Mai 2016) und Harun Farocki. Empathy (2. Juni – 16. Oktober 2016) in der Fundació Antoni Tàpies in Barcelona statt. Mit der Serie ergründen Ehmann und Guerra kontinuierlich die Bedeutung des Werks von Harun Farocki und untersuchen die zahlreichen Implikationen seiner Arbeiten.

Die Harun Farocki Retrospektive ist ein Projekt des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst, dem Harun Farocki Institut, der Harun Farocki GbR, dem Silent Green Kulturquartier, dem Verlag der Buchhandlung Walther König, Savvy Contemporary und dem Haus der Kulturen der Welt im Rahmen der Berlin Art Week, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Weitere Informationen finden Sie auf www.harunfarockiretrospektive.org

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