Kalender

  • Mi 26.09 , 18:00h
  • Do 27.09 , 12:00h
  • Fr 28.09 , 12:00h
  • Sa 29.09 , 12:00h
  • So 30.09 , 12:00h

Thomas Struth, Leverkusen, 1980, courtesy Sammlung Peters-Messer

Ausstellung, Private Sammlung
Salon Dahlmann

Ausstellung 22 SEP—15 DEZ 2018

Sonderöffnungszeiten zur Berlin Art Week:
26 SEP, 18—21 Uhr, 27—30 SEP, 12—18 Uhr

Ich bin ein Riss, ich will durch Wände gehen. Sammlung Peters-Messer und Miettinen Collection

Das Tier hat sich ein weit verzweigtes Netz aus Gängen und Höhlen unter der Erde geschaffen. Sein Bauwerk scheint gut geraten. Und dennoch ist es von der steten Angst beherrscht, der Bau sei nicht perfekt genug um Feinde oder Störenfriede davon abzuhalten, in die Anlage einzudringen.

Franz Kafkas Erzählung, „der Bau“, Mitte der 1920er Jahre entstanden, fällt in eine Zeit, als sich, beschleunigt durch die industrielle Revolution, das bürgerliche Heim des 19. Jahrhunderts mitsamt seinem Lebensentwurf atomisiert. Die psychischen Störungen, die mit der Transformation der räumlichen und gesellschaftlichen Ordnung einhergingen und sich beispielsweise in vielfältigen Raum-Phobien äußerten, behandelte Sigmund Freud zwar noch im alten bürgerlichen Setting aus Fauteuils, wuchtigen Sofas und schweren Teppichen. Gleichzeitig begannen Architekten und Stadtplaner neue Wohn- und Stadtkonzepte zu entwickeln, um die Bewohner der Metropolen fit für das 20. Jahrhundert zu machen und nicht nur die Krankheiten der alten Städte mit ihren Raumordnungen zu beseitigen, sondern auch Mythos, Irrationalität und Tyrannei. Dadurch geriet der Raum als umbauter, symbolischer und psychischer Ort in die gesellschaftlichen Debatten des 20. und 21. Jahrhunderts.

Die architektonischen Ideen und Modelle, die sich beispielsweise in Loos „Raumplan“ oder Le Corbusiers „espace idicible“ formulierten, waren nach dem Zweiten Weltkrieg nur ferne Echos einer auch an sich selbst gescheiterten Moderne. Der Raum wurde in der Folge zum Leit- und Kampfbegriff der späten sechziger Jahre, um nun wiederum die nächste überkomme soziale Ordnung zu analysieren und dann den Versuch zu unternehmen, diese zu beseitigen.

Dank der damals entwickelten Konzepte zum Verständnis unserer Beziehung zum Raum, können wir heute feststellen, daß dieser keine homogen feststehende Struktur ist. Wir leben in zersplitterten wie in vernetzten Raumgefügen und in virtuellen Räumen; wir durchqueren territoriale Räume, bevölkern Plätze oder suchen der Öffentlichkeit entzogene Rückzugs-Räume auf.

Wie sich die Kunst in das Verhältnis zum Raum setzt, zeigt die Ausstellung „Ich bin ein Riss ich will durch Wände gehen“, die Arbeiten aus den Sammlungen Peters-Messer und Miettinen zusammenführt.

Künstler: Theo Altenberg, Monica Bonvicini, Peppi Bottrop, Larissa Fassler, Tom of Finland, Günther Förg, Thomas Grötz, Katharina Grosse, Sabine Hornig, Pertti Kekarainen, Iris Kettner, John Kleckner, Stefan Knauf, Ola Kolehmainen, Matti Kujasalo, Erik van Lieshout, Niko Luoma, Philipp Modersohn, Lars-Gunnar Nordström, Jussi Niva, Albert Oehlen, Manfred Pernice, Michael Rutschky, Benja Sachau, Thomas Scheibitz, Emanuel Seitz, Florian Slotawa, Thomas Struth, Finbar Ward, Jenni Yppärilä

 

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