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Photo: Benjamin Tafel
Photo: Benjamin Tafel
Photo: Benjamin Tafel

Performance, Projektraum
Soma Art Gallery

Paul Linke Ufer 
16 SEP, 17—21 Uhr 

Public Intervention Das Projekt Weißensee von Felix J. Hermann Stumpf

Das Projekt Weißensee – eine schwimmende weiße Fläche, mit Außenbordmotor und Schifffahrtsgenehmigung für die Berliner Wasserwege – verwandelt die Idee eines urbanen Freiraumes in einen konkreten Raum. Areal und Fahrzeug in einem bietet es in mehrfacher Hinsicht Gelegenheit für situationistisch-künstlerische Raumforschung. Die Floßoberfläche baut in ihrer Ästhetik einen direkten Bezug zu einer weißen Fläche auf, ähnlich wie die eines weißen Blattes Papiers, einer weißen Leinwand, einer Projektionsfläche im doppelten Sinn. 

Die Tableaus und Szenen, die auf ihr entstehen, entwickeln sich aus dem Erlebten und Gefundenen im Berliner Stadtraum. Um der endemischen Bedrohung der Berliner Stadtlandschaft mit ihrer schwindenden Vielfalt an Baulücken und Brachen etwas zu entgegnen, realisiert die skulpturale Gestalt des Floßes die nonkonforme Idee einer urbanen Freifläche jenseits einer profitorientierten Verwertungslogik von öffentlichem Raum.

Die Weißensee generiert auf idiosynkratische und thematisch komplexe Weise ein urbanes Raumexperiment, in dem der Berliner Stadtraum um neue Areale und Möglichkeiten erweitert wird. Sie ist der Versuch, sich der kontrollierten Nutzung des öffentlichen Raumes zu entziehen und ein eigenes, intentional autonomes Territorium zu definieren, welches jederzeit für jeden uneingeschränkt zugänglich und selbstverwaltbar ist.

Als performative Intervention im Stadtraum wird die Weißensee auf den Berliner Gewässern bewegt und eingesetzt. Hierbei fungiere das Floß nicht nur als Projektionsfläche für die Träume, Wünsche, vielleicht auch Ängste der an Land Gebliebenen. Es wird zugleich ein Kommunikationsort plus -transmitter und lädt im Vorüberfahren auch Passanten und am Ufer Sitzende zum Beobachten, Teilnehmen und Mitfahren ein. Das Projekt Weißensee ist ein Gegenentwurf zur sozioökonomischen Kontrolle des städtischen Raums und das Abenteuer, denselben spielerisch und egalitär verfügbar zu machen.

Das Projekt Weißensee wird in Zusammenarbeit mit Steef van Lent, Ruben Mühlenbruch, Tine Neumann, Stefan Rechsteiner, Andrea Rinaldi, Adam Slowik, Felix J. H. Stumpf und Herfried Waha realisiert.

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