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  • Mi 13.09, 19:00h
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Danièle Huillet und Jean-Marie Straub, Filmstill Schwarze Sünde, 1988, © BELVA Film
Danièle Huillet und Jean-Marie Straub, in den Gärten des Palais de Chaillot, Paris, 1990er Jahre, © BELVA Film

Ausstellung, Eröffnung, Filmvorführung
Akademie der Künste

Hanseatenweg 10
14 SEP—19 NOV 2017

Eröffnung 13 SEP, 19 Uhr

Sagen Sie’s den Steinen. Zur Gegenwart des Werks von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

In annähernd 50 Jahren gemeinsamer Arbeit haben die beiden Filmemacher Danièle Huillet (1936-2006) und Jean-Marie Straub (geb. 1933) eines der einflussreichsten und zugleich kontroversesten Werke des modernen Kinos geschaffen. 
Ihre Filme entstanden stets in der Auseinandersetzung und oft im Konflikt mit der Vorlage: "Nicht versöhnt oder es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht“" (1965) nach einem Roman von Heinrich Böll; “"Klassenverhältnisse" (1984) nach Kafkas Amerika-Fragment; "Der Tod des Empedokles" (1986), Hölderlins "kommunistische Utopie“" (Straub), gedreht am Fuß des Ätna; "Die Antigone des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht" (1991), erst in Berlin auf die Bühne gebracht, dann im antiken Theater von Segesta auf Sizilien zu einem Film geworden, der so widerständig ist wie seine Heldin; und über Jahrzehnte immer wieder die Arbeit an Texten von Cesare Pavese und Elio Vittorini mit dem Theater Francesco di Bartolo im toskanischen Buti. Seit Danièle Huillets Tod hat Jean-Marie Straub diese Arbeit unvermindert fortgesetzt und 2014 mit dem Film "Kommunisten" zentrale Momente des gemeinsamen Werkes einer neuen Lektüre angeboten.

Das Programm umfasst eine zweimonatige Ausstellung, die sich der Arbeitsweise Straub/Huillets widmet und diese mit aktuellen künstlerischen Positionen in Beziehung setzt. Zur Eröffnung Mitte September und im November finden mehrtägige Rencontres statt, mit Gesprächen, Vorträgen und Filmprogrammen. In der zweiten Oktoberwoche stehen die Bezüge zu Arnold Schönberg im Mittelpunkt. In Korrespondenz mit dem Film "Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene" (1972) bringt das Kammerensemble Neue Musik Berlin eine Schönberg-Bearbeitung zur Uraufführung. Ab dem 15. Oktober ist erstmals in Berlin eine vollständige Retrospektive der Filme zu sehen, verteilt auf vier Leinwände: in der Akademie der Künste und in den Kinos Brotfabrik, Zeughauskino und fsk. 
Ein Werk, dem das Missverständnis anhängt, es sei hermetisch, erweist sich heute als offen, verspielt und radikal zeitgenössisch. 

Ein Programm der Akademie der Künste, Berlin, kuratiert von Annett Busch und Tobias Hering. In Zusammenarbeit mit BELVA Film, Zeughauskino, Kino in der Brotfabrik und fsk Kino. 
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
 

17 SEP, 12 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Annett Busch und Tobias Hering (3€ zzgl. Ausstellungsticket)

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