Kalender

  • Mi 26.09
  • Do 27.09
  • Fr 28.09
  • Sa 29.09 , 12:00h
  • So 30.09 , 12:00h

A composite of Forensic Architecture’s physical and virtual reconstructions of the internet cafe in which the murder of Halit Yozgat on 6 April 2006 occurred. Image: Forensic Architecture, 2017

Ausstellung,
Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.)

Ausstellung beiafter the butcher
Spittastraße 25, 10317 Berlin
29 SEP—11 NOV 2018

Sonderöffnungeszeiten Berlin Art Week
29—30 SEP, 12—18 Uhr

Verstrickungen

Ausstellung bei after the butcher
Spittastraße 25, 10317 Berlin

Michaela Meise, Forensic Architecture & Die Gesellschaft der Freund*innen von Halit & Initiative 6. April, Tomás Saraceno

after the butcher stellt mit Verstrickungen / Entanglements drei künstlerische Positionen vor, die sich mit Fragen beschäftigen, die schon die historische Moderne in der Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus beschäftigten: Wie kann Kunst in die Gesellschaft hinein agieren? Kann sie zukunftsweisende Ideen implementieren, die die gegenwärtige Situation positiv verändern?  
 
Die Arbeit 77sqm_9:26min von Forensic Architecture hat sich in diesem Sinne, wie nur wenige andere künstlerische Arbeiten, sowohl in einen laufenden juristischen Prozess als auch in eine politische Debatte eingeschaltet. Die Gesellschaft der Freund*innen von Halit, ein internationaler Zusammenschluss von Künstler*innen und Aktivist*innen, beauftragte die Forschungsgruppe aus London, die Verstrickungen des hessischen Verfassungsschutzbeamten Andreas Temme in den Kasseler NSU-Mordfall von Halit Yozgat zu untersuchen. Die Forschungsgruppe widerlegt in einer detaillierten Simulation die Aussagen des Geheimdienstagenten, der zum Zeitpunkt des Mordes am Tatort in einem Kasseler Internetcafé anwesend war. 

Die Bildhauerin Michaela Meise präsentiert erstmals ihre Recherchearbeit Der Ort, Station Z von 2007 in Berlin. Die sogenannte Station Z war ein getarnter Hinrichtungsort innerhalb des NS-Konzentrationslager Sachsenhausen. Meise fokussiert in ihrer Arbeit auf die KZ-Gedenkstättenarchitektur dieses aufgeladenen Ortes. In einem Künstlerbuch reflektiert sie die unterschiedlichen Kontexte von Gedenkstätten in der DDR und in der BRD und ihre architektonischen Lösungen und Ausformungen.  

Tomás Saraceno zeigt Spinnen, die ihre filigranen Netze weben. Für die Ausstellung Verstrickungen wird der Künstler mit einer Radioantenne experimentieren, die ein alternatives Open-Source-Community-Netzwerk mit Live-Übertragungen von Klängen aus einer Kolonie von sozialen und asozialen Spinnen versorgt. Während sie an ihren Netzen arbeiten, können ihre eindringlichen Schwingungen als Rhythmen verstanden werden für eine Welt der Solidarität zwischen den Arten..  
 
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) anlässlich dessen Ausstellungsprojekt A 37 90 89 – Die Erfindung der Neo-Avantgarde über den vor 50 Jahren in Antwerpen gleichnamigen Projektraum. Sie findet im Rahmen der Berlin Art Week statt und wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert.
 
Forensic Architecture / Die Gesellschaft der Freund*innen von Halit / Initiative 6. April Forensic Architecture ist ein unabhängiges Forschungskollektiv am Goldsmiths, University of London. Die Gruppe wurde von der Gesellschaft der Freund*innen von Halit und der Initiative 6. April beauftragt, den Mord an Halit Yozgat durch die rechte Terrorgruppe NSU zu untersuchen. Die Arbeit wurde von der documenta 14 koproduziert. Gezeigt wird außerdem ein Video (Kamera: Sefa Defterli) von der Demonstration „Kein zehntes Opfer“ am 6. Mai 2006, die Freund*innen und Unterstützer*innen der Familie Yozgat von der lokalen Initiative 6. April in Kassel organisierten.  
 
Michaela Meise (*1976) lebt in Berlin. Sie ist für ihre an Minimal Art geschulte Bildhauerei bekannt. Die von ihr verwendeten Medien reichen von Zeichnung und Skulptur über Performance bis zur Musik, wobei sie auch Bilder und Texte arrangiert und in collagenartige lnstallationen integriert. Sie wird von der König Galerie vertreten.  
 
Tomás Saraceno (*1973) ist ein argentinischer Künstler, der in Berlin lebt. Seine künstlerische Arbeit berührt und verbindet Wissenschaft, Architektur und Gesellschaft. Er untersucht unterschiedliche soziale Systeme und Netzwerke, in denen der Mensch sich bewegt und betrachtet dabei größere Zusammenhänge. Er wird vertreten von der Galerie Esther Schipper.

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