Ganghofer Straße 6
12043 Berlin

www.donaugang.wordpress.com

24/7 Schaufenster

15—16 SEP, begehbar 13—16 Uhr

Donau Ecke Ganghofer "MARKTFORSCHUNG (von der flüchtigen Oberfläche dieser Welt)", 2016, © Stephanie Hanna / VG Bild/Kunst Donau Ecke Ganghofer "The Heritage Series", 2012, © Stephanie Hanna / VG Bild/Kunst

Donau Ecke Ganghofer

Auf der Rückseite eines Neuköllner Kaufhauses lag einst ein ungenutzter Schaufensterraum von etwa 60 qm. 2010 begannen drei in Berlin geborene und / bzw. lebende Künstler*innen, darunter Stephanie Hanna, darin zu arbeiten. Bald merkten sie, dass die einfache und direkte Arbeit im Fenster ohne jeglichen repräsentativen oder kommerziellen Zwang das eigentlich Interessante war und eine subtile Verschiebung in der alltäglichen Wahrnehmung und Erwartungshaltung von Passanten hervorrief - schon allein dadurch, die Frage zu provozieren, wozu diese ganze Arbeit, was passiert hier eigentlich - ohne aber jemals eine Antwort darauf zu geben, zum Beispiel in Form eines weiteren Pop-Up-Stores. 

Seitdem entstehen hier also ortspezifisch künstlerische Performances und Installationen. Der Raum ist vom Boden bis zur Decke verglast, man kann durch die Ecke sehen, das Parkhaus darüber wird von einer Säule getragen. Der Übergang zum Straßenraum ist visuell fließend, Kunst wird hier niedrigschwellig präsentiert, auf Marmorboden in Kinderaugenhöhe etwa 40 cm über dem Straßenpflaster. Die räumlichen Installationen sind zu jeder Tageszeit zu sehen und bis etwa ein Uhr nachts beleuchtet. Eingebettet im sich wandelnden Neuköllner Alltag wird jeder für eine künstlerische Arbeit notwendige Schritt – Aufbau, Abbau, auch das Saubermachen gleichwertig mit der künstlerischen Arbeit präsentiert. Auch die Umbauphasen zwischen den Projekten sind sichtbar und werden mit Sorgfalt inszeniert.

In prozessorientierten Serien entwickeln und wandeln sich die "shifting constellations" von Stephanie Hanna über längere Zeiträume vor den Augen von Anwohnenden und Passanten. Wer will, kann darin zeitlich gedehnte Narrationen finden, und immer wieder Verweise vom Innen- in den Aussenraum und umgekehrt. Unangekündigte Performances markieren mögliche Bestandteile der Geschichte. Die andere Hälfte der Zeit bespielen eingeladene Künstler*innen den Raum in verwandten Herangehensweisen.

Viele der bisherigen Installationen und Performances nutzten die Fensterscheibe experimentell, z.B. als Klangträger, als Malfläche etc. Der Schaufensterraum Donau Ecke Ganghofer bietet ein Experimentierfeld,  in dem künstlerisches Handeln in einer Öffentlichkeit stattfinden kann, ohne ein "Event" sein zu müssen.

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