Behind the Scenes mit EVBG

„Da wir keinen eigenen Galerieraum haben, gewinnen wir die Freiheit, Formate zu entwickeln, die nicht an einen physischen Ort gebunden sind. Daraus hat sich eine Art Leitfaden entwickelt: Wir verschaffen uns Raum, anstatt einfach nur welchen zu haben“, erläutert Marie Sophie Beckmann vom nomadischen Projektraum EVBG. Sie und Julie Gaspard zählen mit ihrem Gemeinschaftsprojekt EVBG zu den 20 Preisträger*innen des Project Space Art Award, der im Rahmen der Berlin Art Week verliehen wird. Derzeit gastiert EVBG in der uqbar im Berliner Wedding.

Im Wedding

EVBG gastiert derzeit im Berliner Bezirk Wedding. Dort tummeln sich auch viele andere Künstler*innen mit Ateliers, Initiativen und Projekträumen. Die Uferstudios sind fußläufig zu erreichen. Synergien entstehen auch durch die räumliche Nähe. Zusammenarbeiten sind aber keinesfalls dem Zufall überlassen, sondern Marie Sophie Beckmann und Julie Gaspard betonen, wie wichtig die gegenseitige Unterstützung des jeweiligen Programms des Netzwerkes untereinander ist. „Das diesjährige Project Space Festival war eine großartige Erfahrung. Zu sehen, dass wir Teil dieses größeren Netzwerks sind und wir ebenfalls als Raum wahrgenommen werden, das ist toll. In Wedding gibt es immer mehr Initiativen und Projekträume, wie das fantastische Tropez im Sommerbad Humboldthain.“

Raum nehmen

Inhaltlich beziehen die beiden Kuratorinnen eindeutig Stellung: "Wir wollten mindestens 50% Arbeiten von Künstlerinnen zeigen", so Julie Gaspard. "Dass wir jetzt hauptsächlich Frauen zeigen, hat sich ganz natürlich ergeben. Wir sind Feministinnen und Kuratorinnen. Aber wir zeigen auch Männer. Männer können auch Feministen sein, das sollten sie zumindest“, fasst Gaspard eine der ersten programmatischen Entscheidungen ihrer Galerie zusammen. Darüber hinaus war auch entscheidend, dass EVBG ohne festen Standort auf die Beine gestellt wurde - und sich hält. "Weil wir so viel umherziehen mit unserem Projektraum, haben wir eine Art Leitidee: Wir verschaffen uns Raum, anstatt einfach nur welchen zu haben.“


 

Editor-in-Chief: Nella Beljan
Photo: Mirjam Wählen
Video: Katharina Tress
Production Management Assistant: Ludwig Schaible