Behind the Scenes mit Kwadrat

„Ich wollte in Berlin-Kreuzberg bleiben und musste ein wenig intensiver suchen. Dabei bin ich zufällig auf diese Remise gestoßen. Der Raum war ungenutzt, hier war ein Hausmeisterhäuschen, bis zur Decke voll mit Sperrmüll", beschreibt Martin Kwade, wie er zur neuen Ausstellungsfläche seiner Galerie Kwadrat gekommen ist. Mit der Ausstellung Tunnelblick des Künstlers Tobias Dostal gehört er zu den Nominierten des VBKI-Preis Berliner Galerien. "Ich versuche, dass die Künstler*innen den ganzen Raum vereinnahmen können. Der Raum hier ist sehr lang und schmal zugleich.Ich bin aber immer daran interessiert, dass Räume sich verändern. Das kann schon eine Herausforderung sein. Das unterscheidet mich vielleicht von anderen Galeristen.“

"Kleine Illusionen"

Sofort gewusst habe der Künstler Tobias Dostal, wie er die Remise von Kwadrat für seine Einzelausstellung nutzen wollte. "Es geht um eine lllusion von der Unendlichkeit, von der ewig langen Bar oder dem kristallartigen Tunnel. Die Gläser sind ein Sinnbild für die unendliche Bar, die hier im Hintergrund ist, die man durchlaufen soll. Auf den Gläsern selbst habe ich Zeichnungen eingraviert. Anders als auf dem Papier, sind es Zeichnungen auf etwas Rundem, und dadurch entsteht auch eine Bewegung, weil sich die Zeichnungen permanent verändern. Diese kleinen animierten Illusionen können vom Betrachter entdeckt werden. Ich wollte Zeichnungen animieren, um den Objekten wieder Leben einzuhauchen.“

Der Künstler Tobias Dostal ist auch Zauberer. Er tritt nicht nur am Wochenende als solcher auf, sondern erfindet auch Zaubertricks, die Kollegen im Handel kaufen können. Was beide Bereiche eine, so die Frage: „Zwischen Zauberei und Kunst ist für mich eine großartige Kombination entstanden. Aber ich habe natürlich auch festgestellt, was die Kunst kann und was nur die Zauberei kann. Die Kunst kann viel mehr, im Sinne von der Illusion, die ich eigentlich zeigen möchte. Obwohl man bei der Kunst die Apparaturen sieht, und merkt, wie alles funktioniert, können die Leute am Ende noch die Illusion zu schätzen wissen, sich illusionieren lassen. Sobald ich aber bei meinen Zaubertricks auf der Bühne den kleinsten Fehler mache, dann ist sofort die Illusion kaputt. Mit der Zauberei in der Kunst kann man viel größere Bilder erschaffen.“ Sein Galerist Martin Kwade ergänzt: "Die Arbeit von Tobias istbezaubernd, aber verursacht auch eine Art Zaubermoment, weil man nicht genau weiß, wie weit der Raum reicht. Es ist eben eine nicht endend wollende Bar. Und Bar und Kunst, das passt ja ganz gut zusammen."


 

Editor-in-Chief: Nella Beljan
Photo: Mirjam Wählen
Video: Katharina Tress
Production Management Assistant: Ludwig Schaible