Behind the Scenes mit Tirdad Zolghadr

"Als ich diesen Ort das erste Mal betreten habe, war das ein purer Glücksmoment. So etwas hatte ich mir erhofft", so der Kurator Tirdad Zolghadr über das Haus der Statistik in Berlin-Mitte. Zu dessen Erhalt und Neunutzung hat sich Statista, eine Zusammenarbeit zwischen dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik und den KW Institute for Contemporary Art, formiert.

Viele Jahre lag das Haus der Statistik, ein riesiger Gebäudekomplex, brach: 45.000 qm im Herzen Berlins, direkt am Alexanderplatz. Eine Initiative junger Künstler*innen, die Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA), wollte diese Situation nicht länger hinnehmen und deklarierte es in einer bemerkenswerten Aktion kurzerhand für das Gemeinwohl. So wurde das Areal 2015 von einer breiten Koalition städtischer Akteur*innen vor dem drohenden Abriss bewahrt. Heute entsteht hier tatsächlich Raum für Kultur, Soziales und Bildung. Tirdad Zolghadr zeichnet die spektakuläre "Übernahme" durch Kunst, Kultur und Community-basierte Initiativen im Behind the Scenes Video nach.

Ort der Gemeinschaft

Neben Künstler*innen, die als sogenannte Pioniernutzer*innen ihre Ateliers einrichten, gibt es einen Chor der Statistik, den raumlaborberlin gegründet hat und Bernadette La Hengst leitet, in dem die Veränderungsprozesse im Haus eine Stimme finden sollen. Ein Autoscooter dient als Ort für Treffen, oder, wie die Macher*innen von Statista es ausdrücken, als „multifunktionaler Gemeinschaftsort“.

"Mehr als eine Utopie"

"Allesandersplatz ist der Entwurf einer Utopie. Ein Wunsch-Szenario für den Alexanderplatz, bei dem es nicht um das übliche Tagesgeschäft geht. Nicht um den Wettbewerb zwischen den Städten, der sie immer teurer macht, und in der die eigenen Einwohner*innen gleichzeitig immer unwillkommener werden. Hier soll eine Stadtgemeinschaft entstehen, die in Nachhaltigkeit investiert und die darauf insistiert, dass das Ganze eben nicht nur eine Utopie ist, sondern dass sich das tatsächlich gut umsetzen lässt." (Tirdad Zolghadr über Statista, einer Zusammenarbeit zwischen dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik und den KW Institute for Contemporary Art, die sich zum Erhalt und der neuen Nutzung des Haus der Statistik einsetzt.

Präsentation zur Berlin Art Week

Im Rahmen der Berlin Art Week werden die künstlerischen und sozialen bzw. gemeinwohlorientierten Projekte von Statista erstmals einem breiten Publikum präsentiert: darunter eine auf dem Wohlergehen von Bienen basierenden Kryptowährung, eine naturnahe Fassadengestaltung und weitere nachbarschaftliche Kooperationen sowie eine internationale Konferenz u.a. mit dem bemerkenswerten indonesischen Künstler*innenkollektiv ruangrupa, das community-basierte Projekte auch über den Kunstkontext hinaus fördert.

 


 

Editor-in-Chief: Nella Beljan
Photo: Mirjam Wählen
Video: Katharina Tress
Production Management Assistant: Ludwig Schaible

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