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  • 9 SEP , 11:00h - 19:00h
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  • 13 SEP , 11:00h - 20:00h

Annette Kelm, Kurt Tucholsky, Lerne lachen ohne zu weinen, 1931, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, Fotografie: Wellington Film Manufacture (Detail), aus der Serie verbrannte Bücher, 2019/2020, archivierter Pigment-Druck. Courtesy the artist und König Berlin/London/Tokyo.

Ausstellung , Private Sammlung
MUSEUM FRIEDER BURDA | SALON BERLIN

Annette Kelm. Die Bücher

12 MAI—24 OKT 2020
Sonderöffnungszeiten Berlin Art Week 9 SEP, 11—19 Uhr, 10—13 SEP, 11—20 Uhr

In ihrer Fotografie adaptiert Annette Kelm (*1975) häufig Stile und Genres—Stillleben, Objekt-, Architektur- und Landschaftsfotografie—, deren Konventionen sie bewusst unvollständig erfüllt. Indem sie fotografische Formen der Repräsentation in Bezug auf ihre semantische Aufladung des Gezeigten befragt, nisten sich subtile Bedeutungsambivalenzen in die Darstellung ein, und die gezeigten Dinge scheinen vertraut und distanziert zugleich—die Aneignung wird zum Kommentar. Dies gilt auch für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen: In ihrer aktuellen Ausstellung ›Die Bücher‹ im Salon Berlin des Museum Frieder Burda setzt sie eine Auswahl jener Bücher ins Bild, die ab 1933 als »undeutsch« verfemt wurden. Sie würdigt diese als »Überlebende«, die die Zeit überdauert haben und denenstellvertretend für ihre Verfasser*innen eine wichtige Rolle in der kollektiven Erinnerung zukommt. Annette Kelms künstlerisches Interesse gilt dabei dem liberalen, aufklärerischen und großstädtisch geprägten Zeitgeist, aus dem heraus die Bücher entstanden, aber auch ihrer Umschlaggestaltung, in der sich die Avantgarde der 1920er und 1930er spiegelt. Denn künstlerisch gestaltete Schutzumschläge, die Ende des 19. Jahrhunderts aufkamen und mit der so genannten ›Buchkunstbewegung‹ zu großer Bedeutung gelangten, griffen die Formensprache des Expressionismus, Konstruktivismus, des Bauhaus und Dada auf, arbeiteten mit Fotomontagen und experimentierten mit innovativer Typografie. Auch diese Ästhetik der Moderne sollte durch das nationalsozialistische Regime ausgelöscht werden. Annette Kelm arbeitet mit ihrer Arbeit nun gegen das Auslöschen und Vergessen.
 



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