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Christopher Kulendran Thomas in collaboration with Annika Kuhlmann, ​Being Human​, 2019, digitale Projektion auf Acryl, Installationsansicht: ​Time, Forward!, ​V–-A–-C Zattere. Foto: Delfino Sisto Legnani und Marco Cappelletti.
Christopher Kulendran Thomas in collaboration with Annika Kuhlmann, Being Human, 2019, Installation View, Time, Forward!. Courtesy the artists
Christopher Kulendran Thomas in collaboration with Annika Kuhlmann, Being Human, 2019, Installation View, Time, Forward!. Foto: Delfino Sisto Legnani and Marco Cappelletti.
Christopher Kulendran Thomas in collaboration with Annika Kuhlmann, Being Human, 2019, Still. Directors of Photography: Joseph Kadow and Christoph Rohrscheidt
Christopher Kulendran Thomas in collaboration with Annika Kuhlmann, Being Human, 2019, Still. Directors of Photography: Joseph Kadow and Christoph Rohrscheidt

Ausstellung,
SCHINKEL PAVILLON

Ausstellung 11 SEP—15 DEZ 2019
Eröffnung 11 SEP 2019, 18—21 Uhr

Christopher Kulendran Thomas. Ground Zero

Christopher Kulendran Thomas in Zusammenarbeit mit Annika Kuhlmann

Ground Zero versammelt Arbeiten bedeutender junger Künstler aus Sri Lanka, die Christopher Kulendran Thomas in Colombo in einer der neuen Galerien für zeitgenössische Kunst erworben und als ‘Show-in-Show’ im Schinkel Pavillon installiert hat. Besucher können diese Ausstellung in Fragmenten durch einen Film hindurch sehen, der die Wechselbeziehungen zwischen zeitgenössischer Kunst und Menschenrechten in Zeiten technologischer Beschleunigung untersucht. Gedreht in Sri Lanka, verbindet der Film Being Human (2019) drei algorithmisch generierte, synthetische Charaktere—einen jungen tamilischen Künstler, einen international renommierten Maler und einen weltberühmten amerikanischen Popstar—und beschreibt eine elliptische Reise um die heutige Insel Sri Lanka, von den Nachwirkungen des Sri Lankanischen Bürgerkriegs bis zur Colombo Art Biennale, die in unmittelbarer Folge ins Leben gerufen wurde.

Christopher Kulendran Thomas Familie' stammt von einem Ort, der heute nicht mehr existiert. Vor 10 Jahren, im Sommer 2009, wurde das tamilische Heimatland ›Eelam‹—damals im heutigen Norden und Osten Sri Lankas—von der sri-lankischen Armee ausgelöscht. Aus einer neo-marxistischen Revolution geboren, war Eelam fast 30 Jahre lang als autonomer Staat regiert worden, doch nach den Anschlägen auf die Vereinigten Staaten am 11. September 2001 wurden weltweit revolutionäre Bewegungen, die nationale Souveränität in Frage stellten, als terroristisch definiert. Unter dem zusätzlichen Druck geostrategischer Interessen der Mitgliedsstaaten, haben die Vereinten Nationen die Vernichtung Eelams nicht verhindert. Erstaunlicherweise haben gleich in den ersten Monaten nach der Gewalt (einhergehend mit einer wirtschaftlichen Öffnung des Landes) die ersten White-Cube-Galerien auf der Insel eröffnet, um eine Generation von Künstlern auszustellen, die von einem westlichen Kunst-Kanon beeinflusst ist, dem sie vor allem online begegnen. Schnell entstand unmittelbar nach Ende des Krieges ein neuer Markt für zeitgenössische Kunst in Sri Lanka.

Ground Zero ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Christopher Kulendran Thomas in Berlin. Die Installation, entwickelt in Zusammenarbeit mit Annika Kuhlmann, ist in ähnlicher Form aktuell im Rahmen der 58. Venedig Biennale in der V–A–C Foundation zu sehen und im kommenden Jahr im de Young Museum in San Francisco. Zwischen Dokumentation und Fiktion, Realität und Simulation, reflektiert die Ausstellung Fragen individueller und kollektiver Souveränität und Authentizität. Was bedeutet es noch »menschlich« zu sein, wenn Maschinen in der Lage sind, das menschliche Bewusstsein zunehmend überzeugend zu synthetisieren? »Weltweit bietet der juristische Rahmen der Menschenrechte nicht nur Schutz für Unterdrückte und Entrechtete, sondern dient zugleich als Deckmantel für imperialistische Bestrebungen von Staaten, die für die Durchsetzung der Menschenrechte verantwortlich sind. Vielleicht liegt das Problem jedoch nicht bei den Menschenrechten, sondern ist in der Kategorie Mensch selbst zu suchen.« (Christopher Kulendran Thomas)

Christopher Kulendran Thomas ist ein Künstler dessen Arbeit an die strukturellen Prozessen anknüpft, mit denen Kunst Realität produziert. Einzelausstellungen fanden unter anderem am Institute for Modern Art, Brisbane (2019), Spike Island, Bristol (2019) und Tensta konsthall, Stockholm (2017) statt. Thomas’ Arbeiten wurden bei der 7. Bi-City Biennale, Shenzhen (2017); der 11. Gwangju Biennale; der 9. Berlin Biennale; und der 3. Dhaka Art Summit (alle 2016) ausgestellt und waren Teil von Alternatives for Living, Kunstmuseen Krefeld (2019), I was raised on the internet, Museum of Contemporary Art, Chicago (2018); moving is in every direction, Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin (2017), Bread and Roses, Museum of Modern Art in Warsaw (2016), Co-Workers: Network As Artist, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (2015) und Art Turning Left: How Values Changed Making, Tate Liverpool (2013). Seine Arbeit ist derzeit in Venedig als Teil von Time, Forward! (2019) in der V–A–C Foundation zu sehen. Thomas ist Gründer und CEO von New Eelam, einem Technologie-Startup, das eine neues Wohnmodell entwickelt.

Annika Kuhlmann ist eine Kuratorin und Creative Director von New Eelam. Gemeinsam mit Christopher Kulendran Thomas hat sie international Präsentationen entwickelt, unter anderem für die 9. Berlin Biennale, die 11.  Gwangju Biennale, Berlin’s Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Tensta konsthall (Stockholm), Spike Island (Bristol), the Institute for Modern Art (Brisbane), the Museum of Contemporary Art Chicago und die V–A–C Foundation (Venice). Sie hat an zahlreichen Institutionen Ausstellungen realisiert, unter anderem am Haus der Kulturen der Welt (Berlin); BFI Miami, Kunstverein Harburger Bahnhof (Hamburg) und hat zuletzt die Ausstellung Welt ohne Außen im Gropius Bau (Berlin) gemeinsam mit Tino Sehgal und Thomas Oberender co-kuratiert.

Die Ausstellung Ground Zero im Schinkel Pavillon wird mit der großzügigen Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds, Outset Germany_Switzerland und der Henry Moore Foundation realisiert und in Partnerschaft mit dem de Young Museum, San Francisco, präsentiert. Being Human (2019) wurde von der V-A-C Foundation als Teil von Time, Forward! im Rahmen der 58. Venedig Biennale beauftragt.

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