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Candice Breitz, 2019 © Neuer Berliner Kunstverein/Tobias Zielony

Eröffnung
NEUER BERLINER KUNSTVEREIN (n.b.k.)

n.b.k. Showroom
Ausstellung 12 SEP—25 OKT 2019
Eröffnungen 11 SEP 2019, 18 Uhr

Eröffnung Candice Breitz. Labour

Candice Breitz realisiert 2019 eine neue Videoarbeit in Zusammenarbeit mit dem Neuen Berliner Kuntverein, die im Rahmen einer Ausstellung im Showroom des Kunstvereins weltweit erstmals gezeigt wird. Seit 1971 koproduziert das n.b.k. Video-Forum regelmäßig neue Videoarbeiten von internationalen Künstler*innen, zuletzt etwa von Halil Altındere und Clemens von Wedemeyer. Die Video- und Fotokünstlerin Candice Breitz (*1972 in Johannesburg, lebt in Berlin) ist eine einflussreiche Chronistin der Widersprüchlichkeiten innerhalb populärer Diskurse. Ihr Interesse richtet sich auf die Dynamiken vertrauter Identitätsbildungen, denen sie unter Hinzuziehung von Fotografien, Videoclips oder Filmproduktionen kritisch nachgeht. So thematisiert Breitz in ihrem Werk Love Story (2016), das 2017 im südafrikanischen Pavillon der 57. Venedig Biennale gezeigt wurde, das Verhältnis von realen leidvollen menschlichen Erfahrungen und deren Mediatisierung. Die zweiteilige Arbeit ruft den Komplex von Flucht und Verfolgung auf und kontrastiert Erfahrungsberichte Geflüchteter aus Somalia und Syrien mit den auf die Emotionalität der Betrachter*innen spekulierenden Wirkmechanismen der Filmindustrie: Während den Erlebnisberichten meist wenig Empathie zukommt, wenn sie von den Geflüchteten selbst vorgetragen werden, erzeugen sie umso mehr Mitgefühl, wenn sie durch die Schauspieler*innen Juliane Moore und Alec Baldwin im Stil des Hollywood-Dramas vorgeführt werden. Im Rahmen der Triennale der National Gallery of Victoria in Melbourne benannte Breitz die Arbeit von ›Love Story‹ in ›Wilson Must Go‹ um. Gegen die Sicherheitsfirma der National Gallery of Victoria, Wilson Security, wurden im Vorfeld der Triennale heftige Anschuldigungen im Umgang mit Geflüchteten erhoben, weshalb mehrere Künstler*innen den Vertrag zwischen Museum und Wilson Security kritisierten. (Kuratorin: Kathrin Becker)

Candice Breitz ist seit 2007 Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Einzelausstellungen (Auswahl): Center for Contemporary Art, Tel Aviv (2017); Kunstmuseum Stuttgart (2016); Centre d’Art Contemporain Genève (2014, 2000); South African National Gallery, Kapstadt (2012); Pinchuk Art Centre, Kiew (2011); Wexner Center for the Arts, Ohio (2011); Kunsthaus Bregenz (2010); White Cube, London (2010); San Francisco Museum of Modern Art (2009); Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk (2008); Palais de Tokyo, Paris (2005); Moderna Museet, Stockholm (2004); De Appel Foundation, Amsterdam (2001). Neben zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen nahm Candice Breitz auch an folgenden Biennalen teil: Dakar (2014), Singapore (2011), Göteborg (2009; 2003), New Orleans (2008), Venedig (2005), Tirana (2001), Gwangju (2000), Taipei (2000), Istanbul (1999), São Paulo (1998) und Johannesburg (1997).

Termine

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