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Arbeitsamt, Weimar, Februar 1990. Foto: Andreas Graubner
Leipzig, Frühjahr 1990. Foto: Andreas Rost

Eröffnung
NEUE GESELLSCHAFT FÜR BILDENDE KUNST (nGbK)

NGBK/STATION URBANER KULTUREN
Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin
(Entrance Kastanienboulevard, next to Lebenshilfe e.V.)

Ausstellung 15 SEP—9 NOV 2019
Eröffnung 14 SEP 2019, 18 Uhr

Eröffnung Jan Wenzel und Anne König. Das Jahr 1990 freilegen

Die Installation beinhaltet Beiträge von Jan Caspers, Christiane Eisler/Silke Geister, Gerhard Gäbler, Anselm Graubner, Martin Jehnichen, Harald Kirschner, Andreas Rost und Wolfgang Schwärzler.

Vergleicht man die Jahre 1989 und 1990, zeigt sich, dass sie in der kollektiven Erinnerung höchst unterschiedlich präsent sind. Die meisten Menschen können sich das Jahr 1989 rasch ins Gedächtnis rufen. Auch mit dem Abstand von knapp dreißig Jahren fällt es leicht, die Abfolge der Ereignisse dieses Herbstes zu erzählen—alles verdichtete sich hier auf wenige, hochdramatische Wochen. 1990 dagegen wirkt in der Erinnerung wie ein blinder Fleck. Das Gedächtnis, von den sich überschlagenden Ereignissen ebenso gefordert wie von unerfüllten Wünschen und nicht eingestandenen Kränkungen, fasst ein solches Jahr nur schwer.

Die Ausstellung ›Das Jahr 1990 freilegen‹ basiert auf einem Buchprojekt der Leipziger Verleger*innen Anne König und Jan Wenzel. Verschiedene Aspekte des Jahres 1990 werden auf ihre Aktualität hin untersucht, Inhalte des Buches werden in den Ausstellungsraum übersetzt: Bilder und Stimmen setzen sich zu Knotenpunkten dieses Jahres zusammen. Die Besucher*innen werden eingeladen, damalige Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft auf sich wirken zu lassen und mit den eigenen Erinnerungen zu überprüfen. Es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass irgendeines dieser Ereignisse wirklich abgeschlossen ist. Wer die Gegenwart lesen will, muss beim Jahr 1990 einsetzen.

In einer Ausstellungs-Skizze, die sich mit dem Jahr 1990 befasst, soll exemplarisch gezeigt werden, wie Fotografie als ein Mittel der Vergegenwärtigung und Erinnerung dabei helfen kann, einen gesellschaftlichen Diskussionsprozess anzustoßen und als dessen Katalysator zu dienen. Im Zentrum steht die Frage, ob und inwiefern die Fotografie ein geeignetes Mittel sein kann, den alle Lebensbereiche umfassenden Umbruch der Jahre ab 1990 für die damals Betroffenen wie auch die nachgeborenen Generationen fassbar und begreifbar zu machen. Wie kann durch die Fotografie und das Display das Gesellschaftliche—das schwierige Ganze—wieder in den Blick gerückt werden? Auf welche Weise kann die Fotografie heute ein Medium des Demokratischen und der gesellschaftlichen Vermittlung sein? Im Anschluss daran ist auch danach zu fragen, welche Rolle fotografische Bilder und Bildarchive heute für eine Verständigung über die Ursachen, Strukturen und Bewältigungsformen aktueller gesellschaftlicher Verwerfungen spielen können.

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