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Camille Blake, Ohm Trade, 2016
Ben de Biel, Rosenthalerstrasse (IM Eimer), 1993

Eröffnung
C/O Berlin

Ausstellung 13 SEP—30 NOV 2019
Eröffnung 12 SEP 2019, 19 Uhr

Eröffnung No Photos on the Dance Floor!

Kaum war 1989 die Mauer gefallen, eigneten sich junge Hausbesetzer*innen, Künstler*innen, Galerist*innen und DJs aus Ost und West die Stadt an. Leerstehende Gebäude, Fabriken und Flächen wurden mit neuem Leben gefüllt, überall entstanden Clubs, Bars, Galerien, Ateliers und Studios. Diese junge Club- und Kulturszene entwickelte sich zum Motor für die Wiederbelebung der Stadt und die Neuausrichtung einer ganzen Generation junger Kreativer. Die Berliner Szene ab 1989 hat Techno zwar nicht erfunden, dennoch lässt sich das, was auf Veranstaltungen wie Tekknozid und in Clubs wie dem Ufo, Tresor und Planet geschah, rückblickend als Urknall und Wegbereitung für die bislang letzte große europäische Jugendkultur beschreiben. Mit visuellen Effekten und neuen künstlerischen Ansätzen bewegte sich das Berliner Clubleben im Grenzbereich zwischen Video, Film, Projektion und Musik. Diese Verbindung zur Kunst bot vielen aufstrebenden Künstler*innen viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowie neue Perspektiven und Räume für Austausch, Begegnung und gemeinsames Feiern jenseits von Alltag und Vernunft.

Um die Jahrtausendwende bekam die Berliner Clubszene neuen Aufschwung. Günstige europäische Flugverbindungen, zusammen mit einer neuen Generation von Clubs wie der Bar 25, Watergate und dem Berghain und nie enden wollenden Partys lockten Wochenende für Wochenende tausende von Technofans in die Hauptstadt. Künstler*innen, Partyveranstalter*innen und Labelbetreiber*innen aus der ganzen Welt zogen nach Berlin und gaben dem Sound der Stadt stetig neue Impulse – ein Prozess, der bis heute anhält. Doch allmählich werden die Freiräume weniger und die Party erscheint endlich.

Mit dem Ausstellungsprojekt >No Photos on the Dance Floor! Berlin 1989—Today< wird die Berliner Clubszene seit dem Fall der Mauer einerseits historisch dokumentiert und andererseits „live“ erfahrbar gemacht. Die Ausstellung präsentiert tagsüber Fotografie, Video und Film sowie dokumentarisches Material und bietet so einen Einblick in die Entwicklung der Berliner Clubkultur der letzten 30 Jahre. Nachts wird ein Teil der Ausstellungsfläche bei C/O Berlin zum Club: Besucher*innen können auf einer Reihe von Partys mit bekannten DJs, Sound- und Visualkünstler*innen der damaligen und aktuellen Clubszene bei C/O Berlin die Nacht durchtanzen und das Erlebnis erneut zur Kunst machen.

Der Titel der Ausstellung >No Photos on the Dance Floor!< bezieht sich auf eine Berliner Besonderheit: Während in anderen Städten das Fotografieren fester Bestandteil der Ausgeh- und Nachtkultur ist, herrscht in den meisten Berliner Clubs striktes Bilderverbot. Das Nichtfotografieren hat hier vor allem zwei Gründe: Die Tänzer sollen sich ungestört von Kameras in der Musik verlieren können und sich dabei frei und geschützt fühlen.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Heiko Hoffmann (Gastkurator) und Felix Hoffmann (Hauptkurator . C/O Berlin Foundation) und zeigt Werke von Camille Blake, Tilman Brembs, Ben de Biel, Salvatore di Gregorio, Martin  Eberle, Matthias  Fritsch, Dan Halter, Erez  Israeli, Romuald Karmakar, Steffen Köhn, Tillman Künzel, Sven  Marquardt und Marcel Dettmann, George Nebieridze, Alva Noto, Pfadfinderei, Mike Riemel, Carolin Saage, Giovanna Silva, Wolfgang Tillmans, Lisa  Wassmann und Michael Wesely.

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