Kalender

  • 9 SEP , 10:00h - 19:00h
  • 10 SEP , 10:00h - 19:00h
  • 11 SEP , 10:00h - 21:00h
  • 12 SEP , 10:00h - 19:00h
  • 13 SEP , 10:00h - 19:00h

Grit Richter, A Tiny Little Bit, 2020, Öl und Bleiche auf Stoff auf Denim, 80 x 70 cm
Galerie Tanja Wagner, Studioansicht, 2020
Grit Richter, The Other Side, 2020, Öl auf Leinen, 125 x 100 cm

Ausstellung
SHORTLIST VBKI-PREIS GALERIE TANJA WAGNER

Grit Richter. Mixed Feelings

11 SEP—31 OKT 2020
Opening Day 11 SEP
Opening Reception 18—21 Uhr
Sonderöffnungszeiten Berlin Art Week 9—10 SEP 10—19 Uhr, 11 SEP 10—21 Uhr, 12—13 SEP 10—19 Uhr

Die Galerie Tanja Wagner freut sich neue Werke von Grit Richter zu zeigen. Grit Richter erforscht die Darstellung eines kollektiven menschlichen Gedächtnisses: ein von Natur aus verstandenes Set aus Gesten und Gefühlen, die nicht quantifiziert oder gemessen werden können. Ihre multidisziplinäre Praxis von Malerei, Skulptur, Wandmalerei und Textilarbeiten vereint sich in einem System intuitiver abstrakter Formen und Figurationen. Vor allem als Malerin verwendet sie Ölfarben auf gespanntem Leinen und Stoff, um ihre anthropomorphen, abstrakten Formen zu schaffen. Das Experimentieren ist ein wichtiger Teil ihrer Praxis und führt Richter zu ihrer einzigartigen Technik des Färbens und Bleichens von schwarzem Jeansstoff, auf dem sie malt und mit dem sie modelliert. Das Ergebnis sind die tief strukturierten Elemente, die sich sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund biegen, falten und kontrastieren.
›Mixed Feelings‹ bezieht sich auf die vielfältigen Kombinationen widersprüchlicher Emotionen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt empfunden werden können. Sowohl in ihrer Einzigartigkeit als auch in ihrer Pluralität bilden diese gemischten Gefühle, wie Sehnsucht, Hass, Liebe, Angst, Einsamkeit, Frustration, Scham und Freude, die Substrukturen der Identität und der komplexen Vielfalt der menschlichen Natur. Es sind diese undefinierbaren Emotionen, die Richter in ihrer unverwechselbaren Bildsprache in einer Ausstellung formalisiert, die die gesamte Galerie mit neuen Gemälden, Skulpturen, Neon- und Wandarbeiten aktivieren. Richters Abstraktion rückt näher an die Figuration heran, da ihre Formen gegenständliche Elemente, Gliedmaßen und Hände erhalten: Während sich im Gemälde ›Die innere Sicherheit‹ (2020) zwei Formen ineinander verschränken, öffnen ein einzelner Arm und eine einzelne Hand sowie die Stimmung ihrer Umarmung vielfache Lesarten. Die dunklen, gerasterten Dimensionen in ihren Bildern bilden die Lebensräume, in denen die gemalten Figuren gesetzt sind. Sie erinnern an frühe Computergrafiken und wecken ein jüngeres kollektives Gedächtnis, da sie behutsam an den Beginn einer aus Binärcode geschaffenen Welt erinnern, die heute ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens ist.
Richter befasst sich seit der Pandemie insbesondere mit dem Thema der Mutterschaft. Die intensiven und manchmal widersprüchlichen Emotionen, Herausforderungen und die starke Verbindung zwischen Mutter und Kind finden ihre Form in stoffbezogenen Skulpturen. Alle mit unverhältnismäßig langen und dünnen Gliedmaßen; die Figuren stehen in fast jeder anderen Hinsicht in Kontrast zueinander. Der flache, längliche, rosa Körper von ›Fatigue Moms (01)‹ (2020) liegt auf dem Boden und ist sowohl erschöpft als auch in einer Haltung verzerrt, die die Form eines Sitzes nahelegt, wie es eine Mutter oft für ihr Kind tut. Die bauchige rote Samtsilhouette von ›Fatigue Moms (02)‹ (2020) erinnert an eine prähistorische Fruchtbarkeitsfigur, deren robuste, aber weiche Form Sicherheit und Komfort impliziert. ›Fatigue Moms (03)‹ (2020), die einer Matratze ähnelt und an der Wand zusammengesackt ist, hat keine Energie mehr, um die Haltung zu wahren und hängt durch.

Grit Richter wurde 1977 in Dresden geboren und lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und Hamburg in der Klasse von Prof. Norbert Schwontkowski ab. Ihre Werke wurden in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt (ausgewählt): Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd; Kunst- und Projekthaus Torstraße 111, Berlin (2020); salondergegenwart 2019, Hamburg; C. Rockefeller Center for the Contemporary Arts, Dresden; Showroom MTFA, München (2019); VG & S Art & OFFICE IMPART, Hamburg (2018); Museum Gunzenhauser, Kunstsammlungen Chemnitz (2017); Vanha Paukku Cultural Center, Lapua, Finnland (2016); Frappant e.V., Hamburg (2014); Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg, Hamburg (2013).

 



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