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John Miller, An Elixir of Immortality, Installationsansicht, 2020. Foto: Andrea Rossetti
John Miller, An Elixir of Immortality, Installationsansicht, 2020. Foto: Andrea Rossetti
John Miller, An Elixir of Immortality, Installationsansicht, 2020. Foto: Andrea Rossetti

Ausstellung
SCHINKEL PAVILLON

John Miller. An Elixir of Immortality

6 JUN—13 DEZ 2020
Sonderöffnungszeiten während der Berlin Art Week: Mi—So 12—19 Uhr

Mit An Elixir of Immortality widmet der Schinkel Pavillon dem Werk des einflussreichen Künstlers, Kritikers und Musikers John Miller (*1954, USA) die erste umfassende Ausstellung in Berlin. Seit den 1980er Jahren prägt Miller mit seinem vielseitigen Schaffen Künstler*innen weltweit und ist zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der New Yorker und Berliner Kunstszene geworden. Seine scharfsinnigen und humorvollen Kommentare zu Identität, Ökonomie, Kultur und sozialer Klasse, stellen auf höchst aktuelle Weise unsere etablierten gesellschaftlichen Wertvorstellungen in Frage.

Zentrales Element der Ausstellung ist die monumentale Ruine Mourning for a World of Rubbish (2020) im gläsernen Pavillon, die Miller für diese Ausstellung um ein Fragment der historischen Granitschale aus dem Berliner Lustgarten erweitert, die wiederum auf Neros so genannte goldene Schale in Rom verweist. 1828 von Kaiser Friedrich Wilhelm III. gestiftet, wurde die Lustgartenschale im 19. Jahrhundert zu einem Symbol deutscher Identität und später in zahlreichen Inszenierungen zur Kulisse für Hitlers propagandistische Reden. Präsentiert neben der Malerei eines Civil Rights-Protests, einer Softpornoszene, der kokett schauenden Nonne oder dem teuflischen Batman mit erigiertem Penis, befragen die mit ›trashig‹-falschem Blattgold überzogenen Trümmer das Selbstverständnis westlicher Kultur und schaffen in ihrem betonten Prunk einen spitzen Kommentar zum potenziellen Wertverfall von Freiheit, Gleichheit, Politik, Wirtschaft und Religion.

An Elixir of Immortality zeigt Millers wandelbares Werk von 1980 bis in die Gegenwart und zeugt von seinem einzigartigen ästhetischen Eklektizismus. Kurz nach seinem Abschluss am California Institute of the Arts im Jahr 1979 begann Miller mit dem vorherrschenden konzeptuell-minimalistischen Paradigma zu experimentieren, das er sich aneignete und dabei zugleich unterwanderte. Seine pseudo sozial-realistischen Gemälde, die Middle of the Day-Fotografien und die mit kot-ähnlichem braunem Impasto und Gold überzogenen Collagen, Reliefs und Skulpturen stehen emblematisch für eine skeptische, ironische wie kompromisslose künstlerische Strategie, mit der Miller die Autonomie des Kunstwerks und den Mythos des künstlerischen Genies hinterfragt.
 



Wir wünschen Ihnen einen schönen Besuch! Bitte beachten Sie die besonderen Zugangsbedingungen 2020 sowie die Ticketinfos
 

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