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Katja Novitskova Pattern of Activation (Mamaroo nursery, dawn chorus), 2018 Exhibition view © Katja Novitskova, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin Foto: Tõnu Tunnel
Pauline Curnier Jardin, Simon Fujiwara, Katja Novitskova und Flaka Haliti (v.l.n.r.) © David von Becker
Pauline Curnier Jardin Grotta Profunda Approfundita, 2017. Courtesy Pauline Curnier Jardin, Foto: Daniele Zoiko

Ausstellung, Art Awards
HAMBURGER BAHNHOF

Ausstellung 16 AUG 2019—16 FEB 2020

Preis der Nationalgalerie 2019

Im Herbst 2019 wird zum zehnten Mal der Preis der Nationalgalerie verliehen. Er fördert wichtige Positionen der Gegenwartskunst, die durch neue künstlerische Ansätze bereits Bedeutung erlangt haben und die Lebendigkeit und Internationalität der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln.

Alle zwei Jahre werden vier Künstler*innen, die jünger als 40 Jahre alt sind und in Deutschland leben und arbeiten, für den Preis nominiert und in einer Shortlist-Ausstellung vorgestellt. Die international besetzte erste Jury hat aus den rund 70 eingegangenen Vorschlägen die folgenden vier Künstler*innen ausgewählt:

Pauline Curnier Jardin (geboren1980 in Marseille, lebt in Berlin), Simon Fujiwara (geboren 1982 in London, lebt in Berlin), Flaka Haliti (geboren 1982 in Pristina, lebt in München), Katja Novitskova (geboren1984 in Tallinn, lebt in Amsterdam und Berlin). Der*die Preisträger*in wird von einer Fachjury ermittelt und erhält im Folgejahr eine große Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie sowie eine begleitende Publikation. Die bisherigen Preisträger*innen waren Agnieszka Polska (2017), Anne Imhof (2015), Mariana Castillo Deball (2013), Cyprien Gaillard (2011), Omer Fast (2009), Ceal Floyer (2007), Monica Bonvicini (2005), Elmgreen & Dragset (2002) und Dirk Skreber (2000). Gemeinsam mit dem Preis der Nationalgalerie wird seit 2011 in einer Kooperation mit der Deutschen Filmakademie der Förderpreis für Filmkunst verliehen. Diese Auszeichnung richtet sich an junge Filmemacher*innen, die mit experimentellen Filmen die Grenze zur Kunst berühren.

Pauline Curnier Jardin
Pauline Curnier Jardin überzeugte die Jury mit ihrer grenzüberschreitenden künstlerischen Arbeitsweise, in der sich visuelle und narrative Elemente des Theaters und des Erzählkinos verbinden. Ihre oft humorvollen Werke sind das Ergebnis einer ganz persönlichen Auseinandersetzung mit historischen Gegebenheiten, mit unserem geschichtlichen Hintergrund, unseren religiösen und kulturellen Traditionen und Mythologien. Curnier Jardin übersetzt dieses Repertoire in eine zeitgenössische, experimentelle Sprache. Des Weiteren überzeugte sie die Jury mit ihrer Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, Diversität geschlechtlicher Identitäten und Queerness*; Themen, die sie aus der Warte eines „prekären Feminismus“ adressiert.

Simon Fujiwara
Das Werk Simon Fujiwaras, das Performances, Malerei, Video, Skulptur und Installationen umfasst, überzeugte die Jury insbesondere durch den darin formulierten Kommentar zur Situation des Menschen im 21. Jahrhundert. Mit einer Vielzahl von Referenzen, sei es aus der gegenwärtigen Politik, Architektur, Technologie, den digitalen und sozialen Medien, seiner eigenen Biografie und der anderer, adressiert der Künstler die heutige Relevanz des Hyperrealen. Fujiwara erforscht das Reich zwischen Einfühlung und Abschottung, zwischen Ver- und Entkörperung, zwischen dem Etablierten und dem Brüchigen. In dieser undefinierten, fluiden Zone verankert er die Macht des Individuums in einer zunehmend kapitalisierten und globalisierten Welt.

Flaka Haliti
Flaka Haliti überzeugte die Jury mit ihrem komplexen und hybriden skulpturalen Schaffen. Mit einer abstrakten, aber vom Alltäglichen  »kontaminierten Formensprache, in der Gebrauchsobjekte anklingen, beschäftigt sie sich mit ganz spezifischen Themen von aktuellem politischen Gewicht. So thematisiert sie in ihren Arbeiten Migration und Mobilität, Grenzen und deren Durchlässigkeit und die Frage freier Bewegung innerhalb Europas. Es gelingt ihr dabei, ihren Werken eine deutliche Aussage und zugleich eine starke metaphorische und poetische Qualität zu geben. Die Jury sah in ihrer künstlerischen Haltung eine feministische Perspektive mit kritischer Kraft und ein klares Bewusstsein für den Einfluss der sozio-politischen und biografischen Bedingungen auf künstlerisches Schaffen.

Katja Novitskova
Als eine der Pionier*innen einer künstlerischen Sprache, die als >Post-Internet Art< bekannt wurde, überzeugte Katja Novitskova die Jury mit der Virtuosität und Vielschichtigkeit, mit der sie Bilder aus Natur und Technologie verbindet. Ihre immersiven skulpturalen Environments beschäftigen sich mit der Transformation von Organischem in digitale Daten und unternehmen so etwas, wie eine Re-Materialisierung unserer zunehmend virtuellen Welt. Diese Übersetzungsprozesse ins Bild bringend, schafft Novitskova futuristische Landschaften und Informations-Kartografien und adressiert dabei auch die wachsende Unzulänglichkeit unserer Trennung des Realen und Virtuellen.

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