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  • 13 SEP , 12:00h - 18:00h

Paul Thek Untitled #79 aus der Reihe Technological Reliquaries, 1964.
Andrea Winkler, Vests, 2019. © Andrea Winkler
Jimmy DeSana, Gauze, 1979.

Ausstellung , Diskussion und Gespräch , Performance , Filmvorführung
NEUE GESELLSCHAFT FÜR BILDENDE KUNST (nGbK)

Radikale Passivität: Politiken des Fleisches

11 SEP—1 NOV 2020
Fr—So 12—18 Uhr
Eröffnung 11 SEP, 13—23 Uhr

Mit: aLifveForms (cared for by J.P. Raether), Jimmy DeSana, Sophia Eisenhut/ Christian Kölbl, Till Gathmann, Oliver Husain/ Kerstin Schroedinger, Jeroen Jacobs, KAYA, Richard Kern/ Lydia Lunch, Jutta Koether, Andreas Langfeld, Deana Lawson, Lee Lozano, N.O. Madski, Sidsel Meineche Hansen, Henrik Olesen, Ovartaci, Vika Prokopaviciute, Eran Schaerf, Alina Szapocznikow, Paul Thek, Wu Tsang, Clemens von Wedemeyer, Marianne Wex, Andrea Winkler u.a.

Die Ausstellung widmet sich in drei aufeinander folgenden ›Szenen‹ neuen Formen von Sensibilität und Fleischlichkeit in den Künsten. Das thematische Spektrum reicht von Auseinandersetzungen mit Schmerz, Sucht und Erregung (1. Szene) über die Idee eines neuen digitalen Fleisches (2. Szene) bis hin zu Fragen nach der gesellschaftlichen Formierung einer nicht mehr subjektzentrierten Empfindsamkeit (3. Szene).

Ausgangspunkt für die Ausstellung ist Paul B. Preciados biopolitische These, die Machtform der heutigen Gesellschaft sei ›pharmakopornografisch‹: Die Weise, in der man gegenwärtig subjektiviert wird, verlaufe zum einen über Pharmazeutika – gemeint sind Medikamente, Hormone, Aufputschmittel, Tranquilizer und Drogen. Zum anderen funktioniere die heutige Machtform über Erregung, wobei nicht nur die Pornoindustrie gemeint ist, sondern auch andere gesellschaftliche Mechanismen, die der masturbatorischen Logik: ›Erregung – Frustration – Erregung‹ gehorchen. Adressat dieser Regulierungen ist das sensible Fleisch in seiner nervlichen Ausgesetztheit, Passibilität und Verwundbarkeit.

Die gezeigten künstlerischen Arbeiten exponieren die Zusammenhänge von Macht, Krankheit, Sex, exzessiver Empfindsamkeit und Kunst. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das Unwillkürliche wie Hinfällige und hinterfragen Politiken der Affizierung. Neben Werken aus den 1960er und 1980er Jahren werden vor allem zeitgenössische Positionen gezeigt, die dasjenige thematisieren, was in Kunst und Leben nicht Gegenstand der Wahl und nicht im Möglichkeitsspielraum des Einzelnen vorgezeichnet ist. Schwäche, Altern, Erschöpfung oder Sterblichkeit, aber auch Geburt, Verletz- und Erregbarkeit sind Phänomene radikaler Passivität, die in ihrer künstlerischen Brechung als Kritik an einer vermeintlichen Regierbarkeit des fleischlichen Seins zu verstehen sind.

Szene 1 »Ästhetiken der Affizierung: Schmerz und Erregung« ab 11. Sept. 2020 
Szene 2 »Digitale Fleischlichkeit: Mensch-Maschine-Sex« ab 2. Okt. 2020 
Szene 3 »Politiken des Fleisches: Formierungen des Körpers« ab 16. Okt. 2020

Ein Teil der Ausstellung wandert in die HGB-Galerie Leipzig.

Ein Kooperationsprojekt der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) und der Gesellschaft für künstlerische Forschung in Deutschland (gkfd)
Kuratorisches Team: Kathrin Busch und Ilse Lafer
Kuratorische Mitarbeit: Jonas von Lenthe

Finanziert aus Joint Venture Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
 



Wir wünschen Ihnen einen schönen Besuch! Bitte beachten Sie die besonderen Zugangsbedingungen 2020 sowie die Ticketinfos

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