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Alexander Kluge, Sarah Morris, Cats and Ghosts, 2020, Ausstellungsansichten, König Galerie, St. Agnes, Fotos: Roman Maerz

Ausstellung, Weitere Termine
KÖNIG GALERIE

SARAH MORRIS UND ALEXANDER KLUGE. CATS AND GHOSTS

15 AUG—20 SEP 2020

König Galerie
St. Agnes
Alexandrinenstraße 118—121, 10969 Berlin
Tue—Sat 10am—6pm, Sun noon—6pm

Als die Künstlerin Sarah Morris vor einigen Jahren den legendären Filmemacher Alexander Kluge kennenlernte, geschah dies unter ungewöhnlichen Umständen. Für die Vertonung ihres Drehbuches war sie auf der Suche nach einer markanten Männerstimme, „einem Zauberer von Oz“. Der Kurator Hans Ulrich Obrist brachte sie daraufhin mit Alexander Kluge zusammen und aus einer ersten Zusammenarbeit entstand in den folgenden Jahren eine produktive Zusammenarbeit: eine Brücke zwischen New York, München und Berlin.

Für ihre jüngste Kollaboration in der KÖNIG GALERIE schrieb Kluge eine Reihe von Kurzgeschichten für Morris: „The Mermaid”, „Cats in Space” und „Grief Work for Kittens”. Diese nahm Sarah Morris mit in ihr Studio in New York, vertonte sie und schuf auf ihrer Grundlage drei Filme, die es nun in Berlin zu sehen gibt. Dort werden sie auf das Kunstwerk „The Conversation“ projiziert, welches Morris explizit für die gemeinsame Show anfertigte. Eine weitere Arbeit bringt die beiden Künstler an den Beginn ihres Kennenlernens zurück. Für ihre berühmte „Sound Graphs“ Serie, aus der in Berlin eine Arbeit gezeigt wird, nutzte Morris jene Sprachaufnahmen, für die sie Alexander Kluge damals ans Mikro gebeten hatte. Wie ein audiovisueller Code schwanken scharfkantige geometrische Formen über die Leinwand, schaffen Höhen und Tiefen und lesen sich wie die malerische Übersetzung der Kluge’schen Stimme.

Von Alexander Kluge selbst gibt es in „Cats and Ghosts“ auf fünf Screens Filme zu sehen, davon viele in Zusammenarbeit mit Sarah Morris. Aber auch mit anderen Protagonisten der Kunstwelt und mit Hommagen an Paul Klee, James Ensor und Katsushika Hokusai. An den Wänden sieht man fünf Serien von Drucken auf Aluminium.

Die gemeinsame Ausstellung war ursprünglich in Tokyo für April geplant. Das fiel durch Corona aus. KÖNIG GALERIE freut sich, die Ausstellung jetzt mit inzwischen entstandenen weiteren Beiträgen in Berlin zu zeigen

Fünf Werke von Sarah Morris.
Fünf Screens mit Filmen von Sarah Morris und Alexander Kluge
Vier Serien von Aluminiumdrucken von Alexander Kluge

Alexander Kluge (*1932) ist ein deutscher Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor und Rechtsanwalt.Kluge gilt als einer der vielseitigsten deutschen Intellektuellen. Er wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat. Als Autor machte er sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen und gehörte zum Kreis der Gruppe 47, außerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. 1987 gründete er die Produktionsfirma dctp, mit der es ihm gelang, eine Plattform für unabhängige Programme im deutschen Privatfernsehen zu schaffen.

Sarah Morris (*1967) ist eine in Großbritannien geborene amerikanische Künstlerin und Filmemacherin. Sie lebt und arbeitet in New York. Morris studierte an der Brown University, an der Cambridge University und nahm am Independent Study Program des Whitney Museum of American Art teil. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre großformatigen Rasterbilder.
Ihre Arbeiten waren in Einzelausstellungen u.a. im Philadelphia Museum of Modern Art, in der Kunsthalle Zürich, dem Hamburger Bahnhof, Berlin, dem Hirshhorn Museum, Washington D.C., im Miami MOCA, dem Moderna Museet in Stockholm, im Palais de Tokyo, Paris, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, in der Fondation Beyeler, Basel, im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, der Fondation Louis Vuitton, Paris, der Kunsthalle Wien, und dem EMMA - Espoo Museum of Modern Art zu sehen. Morris Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter das Centre Pompidou, Paris, das Dallas Museum of Modern Art, das Guggenheim Museum, New York, das Miami Art Museum, das Museum of Contemporary Art, New York, das Museum of Contemporary Art, Los Angeles, das Stedelijk Museum, Amsterdam, die Tate Modern, London und das Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main. Sie war Berlin Prize Fellow der American Academy in Berlin von 1999-2000 und bekam 2001 den Joan Mitchell Painting Award verliehen.

 



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