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Eva Funk, Kingsize Amigo, Bananenschale Bajela, 2017 © Eva Funk
Eva Funk, Kingsize Amigo, 2017 © Eva Funk
Quirin Bäumler, o.T., 2018 © Silke Nowak

Ausstellung, Projektraum
SCHNEEEULE

Ausstellung in Glasvitrinen in Berliner U-Bahnhöfen 9—27 SEP 2019

Vitrine I + Vitrine II

Vitrine I
U-Bahnhof Gesundbrunnen U8

Vitrine II
U-Bahnhof Kleistpark U7

mit Quirin  Bäumler, Eva Funk, Cornelia Glowniewski, Mereika Schulz und Christian Wollert

Die Ausstellungen Vitrine I und Vitrine II des Projektraums Schneeeule vereinen Künstler*innen verschiedener Generationen und Kontexte. Künstler*innen aus dem Kunstfeld treffen auf solche, die im Theater arbeiten, Menschen mit und ohne Behinderungen stellen gemeinsam aus.  Verbindendes Element ist eine skulpturale bzw. installative Arbeitsweise sowie der Bezug zu Themen und Materialien, die uns täglich begegnen. Es geht nicht um perfekte Oberflächen, sondern darum, Themen künstlerisch zu erfassen, zu formen und dabei auch das Gemacht sein der Dinge mitauszustellen. Nicht nur hinsichtlich der geladenen Künstler*innen geht es um Diversität und Öffnung, sondern auch hinsichtlich des Publikums, denn die Vitrinen befinden sich an hoch frequentierten öffentlichen Orten. Vitrine I  steht im U-Bahnhof Gesundbrunnen, Vitrine II im U-Bahnhof Kleistpark. Die Glasvitrinen sind spezielle Ausstellungsräume. Die Vitrine am Gesundbrunnen ist sechseckig und die Betrachter*innen können um sie herumgehen. Die Vitrine am Kleistpark hat eher den Charakter eines Schaufensters. Für diese besonderen Ausstellungssituationen galt es spezifische Arbeiten auszuwählen, die prägnant sind und zugleich in Beziehung miteinander treten. (Text: Silke Nowak und Anna-Lena Wenzel)

Quirin Bäumler arbeitet mit Abgüssen, modelliert und transformiert Negativ- in Positivformen. So bahnen sich unterschiedlichste Formen an, bei denen es sich oft um menschliche oder tierische Körper bzw. Körperfragmente handelt.  Bäumlers Arbeiten verweisen auf elementare und teilweise archaische Aspekte unserer Existenz wie Atmung und Behausung, man sieht ihnen ihr Erschaffensein in  Handarbeit an. Oft haftet den Skulpturen etwas vorläufiges, unfertiges an, als ob sie sich noch weiter verwandeln könnten.

Mereika Schulz arbeitet als Schauspielerin beim Theater Thikwa e.V. sowie als Künstlerin in der Thikwa-Werkstatt für Theater und Kunst. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet sie beide Bereiche und beschäftigt sich vor allem mit dem menschlichen Körper.  Ihre Skulpturen – meist erschaffen aus Pappmache oder Ton – stellen oft Porträts dar. Diese Titel haben wie ›Frau Sannig‹, ›Alvaro als Berliner Bär verkleidet‹ oder ›Linda Weißig‹. Es handelt sich um tatsächlich existierende Personen aus dem Umfeld der Künstlerin.

Christian Wollert ist auch Bildhauer der Thikwa-Werkstatt für Theater und Kunst. Er setzt sich in seiner Arbeit mit verschiedenen Aspekten von Architektur und Design auseinander. Aktuell baut er an einer Serie von Objekten, die an häusliche Einrichtungsgegenstände angelehnt sind. So sind bereits ein Fernseher, ein Kühlschrank, eine Lampe und eine Heimorgel entstanden. Zudem hat er Kunstwerke ausgehend von Sehenswürdigkeiten produziert, wie beispielsweise die Freiheitsstatue. Diese hat er frei umgesetzt und gleichzeitig den Fokus auf das Besondere der Architektur gelegt.

Cornelia Glowniewski ist ebenfalls Künstlerin in der Thikwa-Werkstatt. Ihr künstlerisches Werk enthält häufig Verweise auf ihre Reisen. Dabei geht es ihr weniger um spezifische Orte, als um das Unterwegssein und verschiedene Arten der Fortbewegung. Die ›Schiffe‹ sind aus drei- und rechteckigen Pappstücken zusammengesetzt, die Glowiewski mit Temperafarbe gestaltet hat.  So ergeben sich leichte, architektonische Gefüge, deren Formen an Segel erinnern.  Eine grau bemalte rechtwinklige Pappmacheplatte trägt lakonisch den Titel ›Landebahn‹ und verweist somit ebenfalls auf eine Urlaubsreise der Künstlerin.

Eva Funk setzt aus unterschiedlichen Elementen Rauminstallationen zusammen,  die an Szenerien oder Landschaften erinnern. Es handelt sich um offene Konstruktionen und portable Systeme, denen Veränderbarkeit, Zugänglichkeit und Lebendigkeit innewohnt. Die Objekte aus der Arbeit ›Kingsize Amigo‹ reichen von Keramik-Bananenschalen über abstrahierte Kartoffelecken und Hängematten. Sie verhandeln Sexualität aus feministischer Perspektive, aber haben gleichzeitig etwas slapstickhaftes—Humor und Gesellschaftskritik vermischen sich auf leichtfüßige wie nachdrückliche Weise.

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