Kieztouren

Mit unseren sieben Kieztouren können Sie die Berlin Art Week nach Herzenslust auf eigene Faust, geordnet nach Kiezen, erkunden. Unsere Touren führen Sie zu Museen, Galerien, Sammlungen, Projekträumen, künstlerischen Interventionen auf öffentlichen Plätzen und weiteren spannenden Orten in den unterschiedlichen Stadtteilen. Ergänzt hat unsere Kieztouren die Redaktion von Cee Cee Berlin mit Tipps für Ihr körperliches und mentales Wohl. Bei den empfohlenen Café und Restaurant-Tipps bis hin zu Empfehlungen für Ruheorte ist auch sicherlich für Sie etwas dabei, wenn Sie eine kleine Pause einlegen möchten.

N°1—WEDDING

Die Kunstszene im hippen Wedding ist genauso vielfältig wie der Bezirk. Von der Bornholmer bis zur Osloer Strasse erhalten sie mit dieser Tour einen guten Überblick über die Projekträume—ein Spaziergang durch das Sommerbad und den Humboldthain inklusive.

Die Kieztour Wedding startet beim Projektraum Spor Klübü. Hier befasst sich die Multi-Media-Künstlerin Ella Ziegler mit Medien und Emotionen. In der Station Gesundbrunnen erwartet Sie die Vitrinenausstellung der Schneeeule. Weiter geht es überirdisch durch viel Grün, vorbei an zwei alten Flaktürmen: Ziel ist das Sommerbad Humboldthain, in dem der Kunstraum und Kiosk Tropez ansässig ist. In dessen Gruppenausstellung wird der Körper als begehrtes und begehrendes Objekt reflektiert. Raum und Begegnung spielen auch bei der Ausstellung ›re-space‹ im c/o Kunstpunkt Berlin eine Rolle. Ums Eck liegt die panke.gallery. Hier werden moderne, App-gesteuerte Arbeitsplätze kritisch hinterfragt. Weiter geht‘s zu Scriptings, wo Zandile Darko mit ›Imagination Office‹ neue Ausdrucksmöglichkeiten sucht, um die Welt zu beschreiben. Im Projektraum gr_und werden Nähe, Intimität und Zugänglichkeit künstlerisch verhandelt. Endpunkt ist der nomadische Projektraum EVBG, der zu Gast bei der uqbar ist und Video- und Soundarbeiten internationaler Künstler*innen zeigt.

Kieztour als PDF

Kieztour im Routenplaner öffnen 

N°2—MITTE

Berlin im Fokus: Stadtentwicklung, die Berliner Mauer und Partizipation im urbanen Raum bilden inhaltliche Klammern bei Statista, dem Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) und der Collection Regard. Das Museum Frieder Burda | Salon Berlin und der Me Collectors Room zeigen herausragende Positionen moderner und zeitgenössischer Kunst.

Staatskunst, Pioniersnutzung und Repräsentation sind die Stichworte für Statista im ehemaligen Haus der Statistik, einer künstlerischen Initiative von dem Z/KU—Zentrum für Kunst und Urbanistik und den KW Institute for Contemporary Art. Die Collection Regard widmet sich mit Fotografien von Patrick Tourneboeuf dem Thema Berliner Mauer. Ernst Ludwig Kirchner, Gerhard Richter und Jonas Burgert erhalten im me Collectors Room je einen eigenen Raum. Die KW zeigen mit Christina Rambergs Arbeiten Körper in geschnürten, beengten Korsetts. Unweit davon ist das Museum Frieder Burda | Salon Berlin. Zur Berlin Art Week rücken hier Sonia Gomes mit ihren Skulpturen aus Stoff und Drähten sowie Olaf Heine in den Fokus. Anschließend bietet sich ein Besuch im n.b.k. an. ›1989—2019: Politik des Raums im Neuen Berlin‹ fragt nach fortwährenden oder neu entstandenen Blockaden und Grenzen in der Stadt sowie partizipativen Möglichkeiten. Außerdem ist eine Neuproduktion der Künstlerin Candice Breitz zu sehen.

Kieztour als PDF

Kieztour im Routenplaner öffnen

N°3—MITTE/UNTER DEN LINDEN

Die Kieztour Mitte/Unter den Linden führt sie nicht nur zu grossen Institutionen und Privatsammlungen, sondern auch vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten Berlins: Checkpoint Charlie, Gendarmenmarkt, Bebelplatz sowie der Tiergarten liegen auf der Route.

Mittiger geht’s nicht—die Tour Mitte/Unter den Linden führt Sie zu Kunstinstitutionen und Privatsammlungen im Herzen Berlins. Startpunkt ist ›Durch Mauern gehen‹ im Gropius Bau. Die Gruppenausstellung setzt sich mit von Menschen geschaffenen Barrieren, Trennungen und Mauern auseinander. Richtung Stadtmitte kommen Sie zur Wurlitzer Pied à Terre Collection, die Malerei von Max Renneisen präsentiert. Westlich Richtung Leipziger Straße liegt die Julia Stoschek Collection Berlin. Sie gibt dem Studio WangShui Raum für queere Weltentwürfe mittels installativen Videoarbeiten. Filmprojektionen von Künstler*innen aus Sri Lanka werden im Schinkel Pavillon von Christopher Kulendran Thomas in Kooperation mit Annika Kuhlmann gezeigt. Weiter geht es zur Schering Stiftung, in der sich Anna Virnich multisensorisch mit dem Thema Geruch beschäftigt. Durch den üppig grünen Tiergarten gelangen Sie zum Haus der Kulturen der Welt. Am Samstag und Sonntag untersucht dort das Programm ›Körper lesen!‹ auf welche Art und Weise Menschen die sie umgebenden Körper einordnen und durchdenkt dabei Strategien für eine pluralistische und inklusive Gesellschaft.

Kieztour als PDF

Kieztour im Routenplaner öffnen

N°4—KREUZBERG

Kreuzberg besticht durch seine Vielfalt: Skulpturen, Videoarbeiten, und aufwendig gestaltete Aussenfassaden sowie die spektakuläre Full­dome Präsentation im mobilen Planetarium der Berliner Festspiele/Immersion bieten ein abwechslungsreiches Programm.

Startpunkt ist die Konrad Fischer Galerie, in der die Sammlung Haubrok zu Gast ist und ›Rudolf Polanszky beleuchtet von F. West‹ zeigt. Unweit davon, gibt es in der Berlinische Galerie Skulpturen von Bettina Pousttchi sowie die von ihr gestaltete Außenfassade zu sehen. Richtung urbanes Treiben am Kottbusser Tor geht es zunächst in die daadgalerie, in der neue Videoarbeiten der ägyptischen Multimediakünstlerin Iman Issa präsentiert werden. Ein Urgestein im Kiez ist der Kreuzberg Pavillon. Joshua Schwebel, einer der Nominierten für den Berlin Art Prize, zeigt dort seine Arbeit. Mit Wechselwirkungen von Struktur und Handeln, Nachbarstaft und der Gestaltung des urbanen Raums setzt sich auch die nächste Station, der Kotti-Shop, auseinander. Miteinandersitzen und -liegen werden Sie im Mobile Dome auf dem Mariannenplatz. Dort zeigt das niederländische Duo Metahaven ihre bildstarke Videoarbeit ›Elektra‹. Als Add-on können Sie sich für eine Führung in der Sammlung Arthur de Ganay anmelden. Einquartiert in einer alten Marmeladenfabrik, öffnet diese erstmals seit einigen Jahren wieder für Besucher*innen.

Kieztour als PDF

Kieztour im Routenplaner öffnen

 

N°5—NEUKÖLLN

Die Kieztour Neukölln führt sie vom historischen Böhmischen Dorf bis in den hippen Reuterkiez. Auf dem Weg: das KINDL—Zentrum für zeitgenössische Kunst, die Projekträume Centrum, the Institute for Endotic Resarch (TIER), Apartment Project und die Galerie Schwarz Contemporary.

Bei ihrem ersten Stopp im Kindl—Zentrum für zeitgenössische Kunst stellen mehrere spannende Künstler*innen aus: Bjørn Melhus mit Videoarbeiten, bekannt für seine skurillen Figuren, die er selbst verkörpert, und Bettina Pousttchi, die im Kindl raumhohe Fotobahnen realisiert. Natalie Czech und Friederike Feldmann verarbeiten Bild und Schrift in ihren Kunstwerken. Eine Einzelausstellung des kubanischen Künstlers Levi Orta finden Sie im Projektraum Centrum. Nähe des Stadtbads Neukölln befindet sich der Projektraum The Institute for Endotic Resarch (Tier), in welchem Arbeiten einer der Nominierten des Berlin Art Prize, Min Wie-Ting, gezeigt werden. Über das Böhmische Dorf, einer kleinen, pittoresken Attrak tion für sich, gelangen Sie zu Apartment Project, wo eine kulturelle und künstlerische Aufarbeitung mit kürzlich aus der Türkei exilierten Menschen angestoßen wird. Entlang der Sonnenallee erreichen Sie Schwarz Contemporary, nominiert für den VBKI-Preis Berliner Galerien mit Jenna Westra, die den menschlichen Körper in den ungewöhnlichsten, zumindest unbequemsten Positionen fotografiert.

Kieztour öffnen

Kieztour im Routenplaner öffnen

N°6—SCHÖNEBERG/TEMPELHOF

Vom Tempelhofer Flughafen, in den Untergrund und in eine Bar: wenn sie sich für diese Tour Zeit nehmen, bekommen sie einen Eindruck von der Vielfalt der Berlin Art Week, nicht zuletzt wegen der zwei grossen Kunstmessen art berlin und Positions Berlin Art Fair.

Die beiden Messen auf dem Flughafen Tempelhof bilden eines der Highlights der Berlin Art Week. Die Positions Berlin Art Fair bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Talks, Preisverleihungen und Performances. Involviert sind 70 Galerien. Die art berlin ist mit 110 Galerien aus 16 Ländern vertreten und legt außerdem den Fokus auf kuratierte Ausstellungen: ein besonderes Messeerlebnis. In den beiden U-Bahnhöfen Platz der Luftbrücke und Paradestraße, unweit des Tempelhofer Messegeländes, gestalteten Stephanie Hanna und Miro Kaygalak für die neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) Poster für den Untergrund und gegen das Rüstungsgeschäft—das Thema ihrer kritischen Auseinandersetzung. Von dort erreichen Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Kunstsaele Berlin, wo Werke aus der Sammlung Bergmeier präsentiert werden. Nach der langen Tour empfiehlt sich ab 19 Uhr ein Besuch im TV (New Theater). Die neu eröffnete Bar begreift sich auch als Produktionszentrum für Nach richten, Video und Performance.

Kieztour als PDF

Kieztour im Routenplaner öffnen

N°7—CHARLOTTENBURG

Im Westen der Stadt sind rund um den Zoo das Haus am Lützowplatz, die Miettinen Collection, die Galerie Burster und das C/O Berlin gelegen. Die Tour führt sie zu sehr sehenswürdigen Objekt-­ und Fotoausstellungen. Einen Abstecher zum Museum Berggruen Richtung Schloss Charlottenburg sollten sie einplanen.

Die Tour Charlottenburg startet bei den Illusionsapparaturen des Objektkünstlers Tobias Dostal im Haus am Lützowplatz. Danach geht es zur Galerie Katharina Maria Raab. Fatiha Zemmouri stellt hier Skulpturen, Collagen und Malereiwerke aus. Nach einem Fußweg über die Tauentzienstraße Richtung Kurfürstendamm erreichen Sie die Miettinen Collection Salon Dahlmann, welche nach einer langen Umbauphase wieder ihre Türen öffnet. Timo Miettinen zeigt seine Sammlung in seinen privaten Räumen. Studierende der Universität der Künste bekommen in der galerie burster die Gelegenheit, ihre Arbeiten zu präsentieren. Anschließend wartet das C/O Berlin mit zwei Ausstellungen auf: ›No Photos on the Dance Floor!‹ dokumentiert die Clubkultur in Berlin seit 1989, Robert Franks schwarzweiß Fotografien beamen Sie in das Amerika der 1950er Jahre. Für eine direkte Gegenüberstellung der Positionen von Pablo Picasso und Thomas Scheibitz fahren Sie mit dem Bus M45 bis Luisenplatz/Schloss Charlottenburg und besuchen das Museum Berggruen.

Kieztour als PDF

Kieztour im Routenplaner öffnen