Kieztouren

Mit unseren Kieztouren können Sie die Berlin Art Week 2020 nach Herzenslust auf eigene Faust erkunden. Durch einen Skulpturenpark schlendern, mit Hans Haackes künstlerischer Intervention ›Wir (alle) sind das Volk‹ den Stadtraum erkunden, von der Wiese aus Performances und Filmscreenings erleben, Ausstellungen besuchen oder Kunst im öffentlichen Raum entdecken—unsere Touren führen Sie zu Ausstellungshäusern und Museen, Galerien, Privatsammlungen, Projekträumen und weiteren spannenden Orten in den unterschiedlichen Stadtteilen. Die Redaktion von Cee Cee Berlin hat unsere Kieztouren mit Tipps für Cafés, Restaurants und ruhigen Orten für kleine Pausen zwischendurch ergänzt.

Für einen sicheren Besuch empfehlen wir, sich vorher über die Hygienemaßnahmen zu informieren und sich online für die Ausstellungen in den einzelnen Häusern ein Zeitfenster-Ticket zu reservieren.

MITTE—SCHÖNEBERG + OUTDOOR

Starten Sie in Mitte beim Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.), der ab Mittwoch die Gruppenausstellung ›Lost in America‹, ein Fassadenprojekt mit Herta Müller und eine Ausstellung zu Hans Haacke zeigt. Dessen Arbeit ›Wir (alle) sind das Volk‹ können Sie im Rahmen der stadtweiten Berlin Art Week-Intervention bei verschiedenen Partnerinstitutionen in Form von Flaggen, Bannern und Plakaten an den Fassaden entdecken. Vom n.b.k. aus erreichen Sie zu Fuß die ifa-Galerie, wo Sie, ebenfalls ab Mittwoch, die Ausstellung von Rebecca Horn und Antonio Paucar erleben können. Nicht weit entfernt liegt der Salon Berlin des Museum Frieder Burda, wo die Fotografien von Annette Kelm zu sehen sind und das KW Institute for Contemporary Art im Rahmen der 11. Berlin Biennale junge zeitgenössische Kunst zeigt. Schlendern Sie nun weiter zur Pop Up-Ausstellung der EAM Collection in der Torstraße, die Lettristen wie Isidore Isou, Asger Jorn und Guy Debord zeigt. Einige Fußminuten entfernt befindet sich das Times Art Center Berlin, wo Sie der Sound-Installation von Lawrence Abu Hamdan an der Fassade lauschen oder die von Ariane Beyn kuratierte Gruppenausstellung betrachten können.

Lassen Sie den Tag in Mitte ausklingen oder machen Sie noch einen Abstecher nach Schöneberg. Die für den VBKI-Preis nominierte Galerie Noah Klink mit der Einzelschau von Josefine Reisch liegt einen Spaziergang durch den Gleisdreieck-Park entfernt von der Galerie Tanja Wagner, ebenfalls für den Preis nominiert, die eine Einzelausstellung von Grit Richter präsentiert. Von hier aus erreichen Sie in wenigen Gehminuten die Kunstsaele Berlin, die im Rahmen einer Ausstellung auf ihr 10-jähriges Bestehen zurückblicken.

KREUZBERG—NEUKÖLLN + OUTDOOR

Starten Sie mit dem Gasag-Kunstpreis Gewinner Marc Bauer in den Tag und besuchen Sie seine Einzelschau in der Berlinischen Galerie. Von dort aus können Sie zu einem besonderen Ort der Kunst, der von der Galerie König organisierten Messe in St. Agnes schlendern, in der Sie eine Auswahl von Arbeiten aus dem Primär- und Sekundärmarkt sowie ein umfangreiches Begleitprogramm erwartet (Besucher*innentage 12—13 SEP) Weiter durch Kreuzberg geht es zu ChertLüdde, eine der drei nominierten Galerien für den VBKI-Preis, welche die Arbeiten von Rosemary Mayer und eine Installation von Josephine Baker zeigt. Über den Oranienplatz, auf der die Installation ›Was bleibt‹ von Ute Langkafel (Kunstasphalt/Galerie Maifoto) zu sehen ist, gelangen Sie zur daadgalerie, wo die 11. Berlin Biennale eine ihrer Stationen hat oder zur neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK), die eine Gruppenausstellung zum Thema Fleischlichkeit in den Künsten bereithält. Abschließend können Sie entweder einen Spaziergang am Landwehrkanal zum Schlesischen Busch machen oder weiter nach Neukölln schlendern. Im Schlesischen Busch erwartet Sie der Projektraum The Watch, welcher sich in einem ehemaligen Grenzwachturm befindet und wo Sie am Samstag von der Wiese aus den Talks der diesjährigen Residency-Künstler*innen lauschen können. Alternativ können Sie sich die Gruppenshow mit Nona Inescu, Jimmy Robert und Sung Tieu im Projektraum Peles Empire ansehen, der auf der Karl-Marx-Straße situiert ist. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Kindl—Zentrum für zeitgenössische Kunst, wo Sie ab dem Open Day am Samstag gleich vier Ausstellungen erwarten: Lerato Shadi, Nik Nowak, Ann Oren sowie die Gruppenausstellung ›The Invented History‹. Außerdem können Sie hier Hans Haackes Arbeit ›Wir (alle) sind das Volk‹ entdecken, die im Rahmen der stadtweiten Berlin Art Week-Intervention bei verschiedenen Partnern in Form von Flaggen, Bannern und Plakaten an den Fassaden installiert ist.

 

CHARLOTTENBURG—DAHLEM: WEEKEND SPECIAL

Starten Sie Ihre Tour am Zoologischen Garten Berlin und besuchen Sie gleich drei herausragende Fotoausstellungen im C/O Berlin: Harald Hauswald, Michael Danner und Felicity Hammond. Danach können Sie, nach vorheriger Anmeldung, gemütlich zur Kienzle Art Foundation schlendern, die eine installative Arbeit von Fabian Ginsberg zeigt. Einige Meter entfernt liegt die Wentrup Gallery, die im Rahmen des Gallery Weekends die Gruppenausstellung ›Tell me a Tale‹ zeigt, unter anderem mit den Künstler*innen Nevin Aladağ und Natalie Ball. Laufen Sie von hier aus zur Galerie Mehdi Chouakri, ebenfalls Partner des Gallery Weekends, die eine Einzelschau mit Sylvie Fleury zeigt. Weiter geht es zum Salon Dahlmann der Miettinen Collection, der Abstrakte Kunst aus der Sammlung zeigt. Fahren Sie danach vom westlichen Zentrum nach Dahlem, wo die Ausstellung von Vivian Suter im Brücke-Museum durch die Hängung der Leinwände im Garten des Museums erweitert wird und der zur documenta 14 gezeigte Dokumentarfilm über die Künstlerin von Rosalind Nashashibi zu sehen ist. Besuchen Sie anschließend Fluentum in Dahlem, wo Sie die Videoarbeiten von Christian Jankowski anschauen können. Von dort aus ist es nicht mehr weit zum Haus am Waldsee, wo der angrenzende Skulpturenpark die Barkow Leibinger-Ausstellung im Außenraum erweitert. Bei gutem Wetter können Sie den Spätsommertag mit einem Spaziergang um die Krumme Lanke beschließen.

 

KREUZBERG—MOABIT + OUTDOOR

Starten Sie den Tag mit einem Spaziergang über das Tempelhofer Feld und nehmen Sie sich anschließend ausreichend Zeit, durch die weitläufigen Flughafen-Hangars 3+4 sowie das Außengelände zu laufen, die in diesem Jahr die Positions Berlin Art Fair mit der paper positions.berlin, der Open Air Positions sowie der photo basel und der Fashion Position beherbergt. Eine kurze Fahrradtour entfernt können Sie sich Donnerstag bis Samstag auf der Wiese vor dem HAU Hebbel am Ufer eine Open-Air Performance von Gintersdorfer | Klaßen oder wahlweise eine im Rahmen der Ausstellung ›Down to Earth‹ auf dem Gelände des Gropius Baus stattfindenden Veranstaltungen von Bruno Latour oder Frédérique Aït-Touati ansehen. Ein paar Schritte entfernt finden Sie die Flaggen von Hans Haackes ›Wir (alle) sind das Volk‹, die Teil der stadtweiten Berlin Art Week-Intervention mit verschiedenen Partnerinstitutionen ist. Lassen Sie den Tag auf den Werkhof L.57 ausklingen, auf dem unter anderem Künstler*innen wie Karin Sander, Via Lewandowsky oder Anri Sala ihre Ateliers öffnen und der Sammler Ivo Wessel seine Sammlung präsentiert. 

MITTE—KREUZBERG—HELLERSDORF

Starten Sie den Tag mit Jeremy Shaw in der Julia Stoschek Collection Berlin in Mitte. Von hier aus können Sie zu Fuß zur Schering Stiftung gelangen, die eine Ausstellung des Kollektivs Hyphen-Labs zeigt. Im Anschluss bietet sich ein Besuch des PalaisPopulaire an, das ebenfalls Unter den Linden gelegen ist und ab Mittwoch im Garten die neue Außenskulptur von VALIE EXPORT zeigt. Eine Handbreit entfernt können Sie sich im Schinkel Pavillon die Ausstellung von John Miller ansehen. Von hier aus ist es nicht weit zum Club Berghain, wo Sie eine von der Sammlung Boros kuratierte Schau mit mehr als 100 in Berlin lebenden und arbeitenden Künstler*innen sowie Kollektiven wie Simon Denny, Olafur Eliasson, Peles Empire, Cyprien Gaillard, Isa Genzken, Julia Grosse, Anne Imhof, Iman Issa, Jonathan Monk, Adrien Piper, Willem de Rooij, Michael Sailstorfer, Jeremy Shaw oder Raphaela Vogel erwartet. Wenn Sie nun noch Lust auf einen kleinen Ausflug haben, machen Sie einen Abstecher nach Hellersdorf, wo Sie in der station urbaner kulturen nicht nur die von der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) produzierte Fotografie-Ausstellung von Helga Paris und Ulrich Wüst entdecken, sondern am Nachmittag auch einen der Spaziergänge zu Installationen im Hellersdorfer Stadtraum buchen können.